Wien Bewölkt 23.1°C
Quelle: ZAMG

Kolumnen

Renate Rossbacher

kulturlounge Ystad, Stockholm, London: Krimi-Reisen liegen im Trend.


Manuel Simbürger

Inside Out Life Ball 2012: Fast-Live-Ticker zum Ball der Bälle.


Sascha Bém

provokant SMFPK? - Wenn sich Männer nach "Tetschn" sehnen.


Ute Rossbacher

Media's Digest Stars und Sternchen einmal anders: ein Blick in die Welt der Astrologie.


Markus Berndt

HR quergedacht Die ignorierten eierlegenden Wollmilchsäue.


Dr. Erdal Cetin

Inside OP Fersensporn: Schmerzhaft und langwierig zu behandeln.


Werner Becher

FrechDAX Bye Bye, Griechenland.

Interviews

Bildergalerien

Weitere Meinungsthemen

Nahost-Gespräche: Friede dank Obama?

Mark Wilson/EPA/picturedesk.com

Thomas L. Friedman

So etwas haben Sie noch nicht gesehen

01.09.2010
"Ich hoffe, die gemäßigten Kräfte sind bereit. Denn die bösen Jungs werden keine Pause gewähren."

Der mehrfach mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Journalist Thomas L. Friedman zieht in seinem Kommentar für die "New York Times" den Hut vor Präsident Obamas Nahost-Ambitionen - und geht gleichzeitig in Deckung:

Friedman verblüfft: Er habe so etwas noch nie gesehen - dass sich nämlich Präsident Obama auf gleich zwei "Missions Impossible" begibt - zwei der hartnäckigsten Konflikte im Mittleren Osten zu befrieden: den zwischen Israel und den Palästinensern sowie zwischen Schiiten und Sunniten im Irak. Friedman über den doppelten Stunt: "Das muss man ihm lassen, der Typ ist verwegen. Ich werde gerne Hoffnung beisteuern. Aber Kinder, probiert das nicht zu Hause!"

Friedman mit einem Gedankenspiel: Sollten auf wundersame Weise die aktuellen Friedensgespräche in Washington tatsächlich eine Zwei-Staaten-Lösung hervorbringen, und sollten sich die irakischen Schiiten und Sunniten auf einen Modus Vivendi einigen könnten, sei ein Mittlerer Osten vorstellbar, der sich endlich aus dem Würgegriff endloser israelischer-arabischer Kriege und autokratischer arabischer Regime befreit.

Friedman sieht zwei klare Fronten: Da sei auf der einen Seite Obama, seine Außenministerin Hillary Clinton, Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, der israelische Premier Bibi Netanyahu und die frisch gewählten Führer des Irak. Dieses Team müsse nun die Gelegenheit zum Frieden beim Schopf packen. Genau das zu verhindern, sei allerdings der Wille der gegnerischen Kräfte: intolerante, extrem nationalistische sowie obskure religiöse Strömungen, die alles daran setzen werden, dass beide Friedensprozesse scheitern. Zu viel stehe für sie auf dem Spiel.

Was diese Kräfte anstreben, liegt für Friedman auf der Hand: Wenn einmal die Idee der Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser zerstört ist, sei Israel verdammt dazu, in einer Apartheid-ähnlichen, an der Demokratie zehrenden sowie permanenten Besetzung der West Bank stecken zu bleiben. Wenn einmal die Ein-Staat-Idee für Irakis zerstört ist und das Land gespalten bleibt, könne es niemals zu einem multireligiösen demokratischen Vorzeigemodell für die ganze Region werden.

Friedman beschreibt einen langen Weg und viele Hindernisse bis zum Frieden, bleibt dennoch schließlich nicht ohne Zuversicht: "Der verstorbene israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin sagte gerne, dass er den Frieden mit den Palästinensern so vorantreibt als gäbe es keinen Terrorismus - und den Terrorismus bekämpft als gäbe es keinen Friedensprozess. Diesen zweiseitigen Zugang müssen gemäßigte Irakis, Araber, Palästinenser und Israelis annehmen." Und schließlich: "Ich hoffe, die gemäßigten Kräfte sind bereit. Denn die bösen Jungs werden keine Pause gewähren. Sie wissen, was auf dem Spiel steht, und werden bis zum Letzten gehen."

Home
Meinung
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech