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Nahost-Gespräche: Friede dank Obama?

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Christoph von Marschall

Vier Gründe für erfolgreiche Nahostverhandlungen

01.09.2010
"Die Aussichten für die Friedensgespräche sind gar nicht so schlecht."

Auch Christoph von Marschall ist es alles andere als zum Jubeln zumute, wenn er sich die alltägliche Realität im Nahen Osten vor Augen hält. Aber noch möchte er die Region nicht abschreiben. In der "Zeit" erklärt er, worauf sein Glaube an einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern gründet:

60 Jahre dauert der Konflikt nun schon im Nahen Osten an - und ein rasches Ende sei nicht abzusehen, zeigt von Marschall Verständnis für jene, die den Mut schon verloren haben. Der Autor selbst jedoch richtet seinen Blick auf die vielen kleinen Fortschritte in den Verhandlungen, die er - wie er unterstreicht - durchaus ermutigend findet. Von den vier Gründen, die er dabei ins Feld führt, seien hier drei genannt.

Von Marschall denkt dabei etwa an Israels Stichtag - den 26. September. An diesem Tag, erinnert der Autor, ende das Bau-Verbot jüdischer Siedlungen. Israels Präsident Benjamin Netanjahu werde dieses wohl oder übel verlängern müssen, ist er überzeugt. Wie auch davon, dass Abbas dann im Gegenzug wiederum weitere Zugeständnisse machen werde müssen. Das allein, so von Marschall, sei schon dem Gastgeber Obama geschuldet, der sich von den beiden sicherlich nicht einen möglichen Wahlsieg bei den Kongresswahlen vermasseln lassen möchte.

Eine weitere, aus Sicht des Autors günstige Voraussetzung: Durch den Abzug der US-Truppen im Irak gebe Israel den Status, der gefährlichste Feind der arabischen Nachbarn zu sein, an den Iran ab. Von Marschall: Ein Frieden im Nahen Osten könne jedoch Teherans Führung, die ja die Palästinenser unterstützt, deutlich schwächen. Durchaus ein Anreiz für Israel, bei den Verhandlungen nicht auf stur zu schalten.

Und zu guter letzt, betont der Autor: Anders als seine Vorgänger sei Obama ein wesentlich neutralerer Vermittler. Auch Palästinenser-Präsident Abbas gelte als Pragmatiker. Und Israels Premier Netanjahu, so von Marschall, sei zwar ein Hardliner. Der aber aus seiner Sicht gegebenenfalls auch die Kraft habe, Beschlüsse der Nahost-Verhandlungen gegen allfälligen Widerstand in seiner Heimat durchzusetzen. Grund genug für Christoph von Marschall also, weiter zu hoffen: "Die Aussichten für die Friedensgespräche sind gar nicht so schlecht."

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