Kritik an der Zuwanderungspolitik ist berechtigt. Käme sie nur nicht aus der falschen Ecke, resümiert ein nachdenklicher René Staubli im Schweizer "Tages-Anzeiger":
An den Forderungen des deutschen Bundesbank-Präsidenten gebe es im Grunde nichts auszusetzen, bemerkt Staubli, wenn er jene noch einmal aufzählt: Wer in Deutschland leben wolle, müsse "die Landessprache lernen, sich um Arbeit bemühen, die Kinder zur Schule schicken, sich an die Gesetze halten und die üblichen Sitten und Gebräuche respektieren." Heiße es sinngemäß bei Sarrazin.
Vorgaben und Regeln, die ihre Berechtigung haben, unterschreibt auch Staubli voll und ganz. Allerdings nur bis hierher. Denn, so der Autor: "Der Mann, der die Überlegungen anstellt, hat seine Glaubwürdigkeit verspielt." In dem Moment, als er öffentlich über die genetische Beschaffenheit von Juden nachdachte, geht der Autor auf Distanz zum Bundesbank-Präsidenten: Damit habe dieser sein Recht verwirkt, in der Zuwanderungsdebatte noch einmal mitzureden.

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