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EU-Problem: Sarkozy schiebt Roma ab

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Karl-Peter Schwarz

Lernen, mit der Minderheit zu leben

23.08.2010
"Die europäischen Nationen werden allmählich lernen müssen, mit den Roma zu leben."

Mit sehr gemischten Gefühlen beobachten dieser Tage viele Menschen die Abschiebung Hunderter Roma aus Frankreich. Doch das Land ist mit seiner Praxis in guter Gesellschaft, resümiert Karl-Peter Schwarz in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung":

Laufend werden rumänische Bürger - die meisten von ihnen Roma - wieder in ihre Heimat abgeschoben, zeigt Schwarz anhand von Zahlen des ersten Halbjahres auf: "Italien schob 350 Rumänen ab, Belgien 260, Dänemark 121, Großbritannien 72, Deutschland 65." Was bedeutet: Frankreich habe einfach nur medienwirksam inszeniert, was im Rest von Europa gang und gebe sei.

Wobei es Unterschiede gibt, wie der Autor betont. In Spanien etwa gelten die Roma als besonders gut integriert. Anders wiederum Italien, wo sie sich mitunter sogar verbalen aber auch körperlichen Attacken gegenübersehen. Welche Rolle da Frankreich einnehme? Auch dazu orientiert sich Schwarz am Zahlenmaterial: 150.000 Roma sollen dort leben. 8.000 wiederum hätten das Angebot angenommen, freiwillig in ihre Heimat zurückzukehren - um allerdings mehr oder weniger umgehend wieder zurückzukehren. Denn in Rumänien werden sie zwar geduldet, haben aber kaum Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

Anhand weiterer europäischer Länder zeigt Schwarz schließlich auf: Die Roma sind einfach da. Und werden sich dort ansiedeln, wo ihre Chancen zum Überleben am größten sind - mit ihrem großen kulturellen Erbe im Gepäck. Diskriminierung - aber auch ein äußerer Zwang zur Integration werden daran kaum etwas ändern. Schwarz versucht es daher mit Pragmatik: "Nach den Slowaken, Ungarn, Serben und Rumänen werden auch andere europäische Nationen allmählich lernen müssen, mit ihnen zu leben."

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