Viele Ursachen der Probleme, die die Roma haben, liegen in den osteuropäischen Ländern, die sie hinter sich lassen. Dazu Klaus Brill in der "Süddeutschen Zeitung":
Auch Brill heißt die französische Initiative, Hunderte Roma in ihre Ursprungsländer Rumänien oder Bulgarien abzuschieben, alles andere als gut. Aber er hält es für erforderlich, diese Länder bei der Lösung des Problems in die Verantwortung zu nehmen. Denn, betont er, nicht ohne Mitgefühl: "Die Volksgruppe hat weder Heimat noch Lobby."
Hauptursache der Schwierigkeiten sei nämlich der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa gewesen, erläutert der Autor. Denn die folgende Arbeitslosigkeit sollte die Roma am stärksten treffen. Zusätzlich zum Hass jener Kleinbürger, die sich als Verlierer der Wende sahen. Ein Hass, der sich in tätlichen Übergriffen auf Roma entladen sollte, wie Brill mit Schaudern bemerkt. Dazu eine halbherzige Politik: Die Ankündigung der osteuropäischen Regierungen, zwischen 2005 und 2015 mit Hilfe der Weltbank die Roma zu integrieren, sei ein Lippenbekenntnis geblieben. Das liege freilich wiederum nicht nur am mangelnden politischen Willen allein, räumt Brill ein.
Denn die Roma seien keine homogene Gemeinschaft, sondern in rivalisierende Clans unterteilt. Viele von ihnen Analphabeten, ohne Ausbildung oder ausreichende medizinische Versorgung. Womit sie modernen Gesellschaften nicht ferner sein könnten. Was Brill nicht als Abwertung verstanden wissen möchte. Aber als Differenzierung, wenn es um die Lösung geht: "Mit naiver Multi-Kulti-Begeisterung ist da nicht geholfen."
Schnelle Erfolge könne es daher keine geben bei dem Versuch, die Roma zu intergrieren, ist er überzeugt. Aber gute Chancen. Nicht zuletzt, wenn Europa sich in Toleranz übe.

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