Die französische Tageszeitung "Le Monde" präsentiert in ihrer Online-Ausgabe unter anderem ausgesuchte journalistische Leserbeiträge. Darunter auch den Kommentar von Marlene E., die ihrem Frust über die Roma-Politik der Regierung Sarkozy Luft macht:
Der Umgang mit den Roma ist für Marlene E. einmal mehr Ausdruck einer verfehlten und immer noch ausländerfeindlich motivierten Integrationspolitik. Wobei die im Alltag verankerte Fremdenfeindlichkeit ihrer Ansicht nach wesentlich subtiler als die Ausweisung der Roma ist.
Seien wir uns doch ehrlich, fordert Marlene E. die Leser heraus: Wie viele Mitarbeiter bzw. Kollegen mit Migranten-Hintergrund werden tatsächlich nur ausschließlich nach ihrer Qualifikation beurteilt? Achtet man bei ihnen nicht doch etwas penibler auf das äußere Erscheinungsbild oder besondere Wesensmerkmale? Beispiel Versorgung: Könne jeder Arzt von sich guten Gewissens behaupten, dass es für ihn keinen Unterschied mache, ob jemand weiß oder dunkelhäutig, gebürtiger Franzose oder zugewandert sei?
Fragen, aus deren gefühlten Antworten die engagierte Leserin folgenden Schluss ableitet: "Es ist staatliche Heuchelei, die Wirklichkeit des Rassismus und seine Folgen auszublenden." Erst, wenn daher in aller Offenheit über die Herausforderungen gesprochen werde, die sich im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen ergeben, können auch Lösungen und Antworten gefunden werden - Stichwort Roma-Siedlungen.
Doch Marlene E. will sich keinen übereilten Illusionen hingeben: Es bleibt zu fürchten, schreibt sie, dass diese Debatte einmal mehr Wahlkampfgetöse bleibt, und die wahren Probleme unter der Oberfläche weiterbrodeln. Aber vielleicht, in ferner Zukunft gelinge Frankreich ja, was andere Staaten bereits eindrucksvoll vollzogen haben: eine "Revolution der Geisteshaltung" in der Zuwanderer-Frage.

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