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Stars und ihre Lebensgeschichten

10.01.2012
Demi Moore und Elton John arbeiten an ihren Autobiographien.

Für ambitionierte Geschichtenerzähler muss es zuweilen frustrierend sein zu erfahren, wie schwer es ist, ihre literarischen Werke an die Leser zu bringen und wie vergleichsweise einfach es Musik- und Filmstars gelingt, ihre Lebensgeschichten in die Bestsellerlisten zu bringen.

Die meisten Menschen – dieser Überzeugung scheint zumindest der US-Verlag Harper Collins in New York zu sein, der unter anderem Werke der Nobelpreisträgerin Doris Lessing verlegt und gleichzeitig in diesem Jahr die angeblich von vielen mit Spannung erwartete Autobiographie der amerikanischen Schauspielerin Demi Moore auf den Markt wirft – haben offenbar einen Hang zu Sensationsgeschichten dieser Art. Dass sich anfangs ausverhandelte Vertragssummen durch unvorhergesehene Scheidungen, die zusätzlich für Zündstoff sorgen, dann auch gleich noch verdoppeln, hat zweifelsfrei damit zu tun, dass dadurch über Nacht aus dem, "was ein Bestseller werden sollte, vermutlich ein Blockbuster" wird.

Wie angekündigt, wird sich die Hollywood-Schauspielerin in diesem Buch nicht nur zu ihrer früheren Drogensucht bekennen und Einblicke in ihren - mittlerweile schon wieder der Vergangenheit angehörenden - Ehealltag mit Ashton Kutcher und die Trennungsphase geben, sondern auch die Gründe für ihr schwieriges Verhältnis zu ihrer alkoholkranken Mutter offenlegen.


Elton John geht andere Wege

Der britische Musiker Elton John, der aktuell mit seinem für den Film "Gromeo & Julia" komponierten Song "Hello Hello" für den diesjährigen Golden Globe (15.1.) nominiert ist, schreibt derzeit ebenfalls an einem Buch. Nicht über sich wohlgemerkt, sondern seine persönlichen Erfahrungen, die er im Lauf der Jahre – vor allem seit dem Tod von Freddy Mercury (1991) - mit der Aids-Erkrankung und dem Tod nahestehender Freunde und Kollegen gemacht hat. Die Erlöse aus dem Buch gehen an seine vor zehn Jahren gegründete Aids-Stiftung und sollen mithelfen, die Forschung zur Bekämpfung dieser Krankheit weiter voranzutreiben.

Was seine eigene Lebensgeschichte angeht, hat der erfolgreiche Songwriter einen anderen Weg als viele seiner prominenten Kollegen gewählt. Derzeit arbeitet er an einem autobiographischen Film, der dem Publikum einen eher "surrealistischen Blick" auf das gewähren soll, was seiner Ansicht nicht unbedingt als "normales Leben" zu bezeichnen ist; denn das, betont John, sei es tatsächlich zu keiner Zeit gewesen.

Mit dem Drehbuch für den geplanten Film wurde kein Geringerer beauftragt als der britische Dramatiker Lee Hall, der mit dem Skript für "Billy Elliot – I Will Dance" im Jahr 2000 die Vorlage für einen mehrfach ausgezeichneten Film geliefert hat. Elton Johns Wunschkandidat für die Hauptrolle soll der amerikanische Schauspieler und Musiker Justin Timberlake sein. Gut möglich also, dass dieser schon bald als Elton John auf der Leinwand zu sehen sein wird.


Autobiographie oder Abrechnung?

Es liegt auf der Hand, dass Verlage, die für Autobiografien berühmter Leute viel Geld auf den Tisch legen, sich dafür auch die eine oder andere Indiskretion erwarten, mit der man Leser gewinnen und die Verkaufszahlen nach oben treiben kann. Kaum verwunderlich also, dass manchmal nach veröffentlichten Lebensbeichten aus Freunden und langjährigen Weggefährten plötzlich Feinde werden oder es zumindest zu anhaltenden Missstimmungen kommt.

So soll Mick Jagger immer noch über die eine oder andere Passage sauer sein, in der sich Keith Richards in seiner umfangreichen Lebensgeschichte über ihn ausgelassen hat. Erst kürzlich veröffentlichte das Musikmagazin Rolling Stone ein Interview mit Ron Wood, der Jaggers langes Zögern bezüglich der Planung weiterer Auftritte der Rolling Stones auf dessen Verstimmung zurückführt.

"Alles ist möglich", antwortet hingegen Mick Jagger ausweichend auf Fragen nach einem neuen Stones-Album und der von den Fans erwarteten Jubiläumstour aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Band, die am 12. Juli 1962 in London ihr erstes öffentliches Konzert gab. Doch fix ist noch nix ...


Buchtipps

Keith Richards Life - Heyne Verlag

Ronnie Wood Ronnie - Heyne Verlag

Eric Clapton Mein Leben - Kiepenheuer & Witsch


Renate Rossbacher ist freie Autorin.

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