"Jeans für neun, Pullover für 13 und ein Mantel regulär für 36 Euro? Primark ist so billig wie Kik und trendy wie H & M", verdeutlicht Harald Willenbrock von brand eins in wenigen Worten, wo die irische Textilkette, die ihr Filialnetz ab dem Spätsommer auch auf Österreich ausdehnen will (Auftakt ist das Shoppingcenter Sillpark in Innsbruck), angesiedelt ist. "Fünf bis sechs Standorte sind in Österreich geplant, heißt es in der Branche – zwei bis drei davon im Umkreis von Wien", konkretisiert Die Presse.
Mehr als 230 Filialen
Das Unternehmen, das in seiner irischen Heimat unter dem Namen Penneys operiert, betreibt insgesamt mehr als 230 Filialen in sieben Ländern (Irland, Großbritannien, Spanien, Niederlande, Deutschland, Belgien und Portugal). Mit einem kolportierten Jahresumsatz von 3,64 Milliarden Euro (laut News) setzt Primark der ohnehin bereits großen Konkurrenz zu. Warum, weiß Harald Willenbrock (brand eins): "Was sich schleppend verkauft, wird sofort rabattiert und aussortiert, was gut läuft, umgehend nachgeordert." Ein Konzept, das offenbar aufgeht. Auch ohne Werbung.
Viele Kunden freut's. Die Medien - zumindest in Deutschland - registrierten den Start von Primark dagegen mit gemischten Gefühlen. Denn zur Eröffnung der europaweit größten Filiale in Hannover sollen die Redaktionen im Vorfeld neben dem üblichen PR-Material Einkaufsgutscheine im Wert von 50 Euro erhalten haben. Verdächtig erschien das Anne Ruprecht, die in ihrem Fernsehbeitrag für den NDR Anfang November 2011 die Aktion kritisch kommentierte.
Noch billiger, noch trendiger
Noch billiger, noch trendiger - so scheint die Devise zu lauten, nach der vor allem die zahlreichen Textilunternehmen mit preisgünstiger Ware die Konsumenten umwerben. Bevorzugt die Kundinnen zwischen 15 und 25 Jahren, wie Simone Hoepke vom Kurier bemerkt - auch mit Blick auf Ketten wie Hollister und Forever 21, die seit kurzem auch in Österreich vertreten sind.
Der Effekt des wachsenden Angebots: Die Zielgruppe der Jungen hat eine immer größere Auswahl an Läden und erschwinglicher Kleidung vor sich. Aber deshalb noch nicht mehr Geld in der Tasche. Um mit dem Preis immer weiter nach unten gehen zu können, strecken die Unternehmen daher ihre Fühler nach immer noch günstigeren Produktionsstandorten und Zulieferern aus. Die sie immer noch finden. Nur mittlerweile nicht mehr in China, wo die Löhne in den letzten Monaten deutlich gestiegen sind, sondern im benachbarten Vietnam oder in Brasilien.
Sicher ist: Der Preiskampf geht weiter. An allen Fronten.
Ute Rossbacher

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