Schweiz: Haben Journalisten das verdient?
Sollen Prominente in Zeiten, in denen gespart wird, und viele mit ihren Löhnen gerade einmal so über die Runden kommen, ihre Gehälter offenlegen? Warum denn nicht, fragt sich TV-Journalist Reto Lipp und macht gleich den Anfang. 120.000 Franken verdient der 51-jährige Schweizer laut eigenen Angaben pro Jahr, 20.000 Franken zusätzlich durch Nebeneinkünfte. Bemerkenswert ist die Begründung, die Lipp gegenüber dem Society-Magazin des Schweizer Fernsehens (SF), "glanz & gloria", liefert: "Wer, wie wir Journalisten, oft Transparenz von anderen einfordert, tut gut daran, selbst auch transparent zu sein." Dass andere seinem Beispiel folgen wollen, ist übrigens nicht bekannt.
Belgien: Facebook-Leader
Im europäischen Vergleich haben die Belgier durchschnittlich die meisten Kontakte auf Facebook, berichtet die Tageszeitung De Standaard, die sich auf eine Studie des IAB (Interactive Advertising Bureau) beruft. Derzufolge hat ein belgischer Nutzer durchschnittlich 162 Facebook-Kontakte, im europäischen Schnitt sind es hingegen nur 133. Ob die Belgier damit auch tatsächlich mehr Freunde als ihre europäischen Mitbürger haben, ist damit nicht gesagt.
Dänemark: Bonjour Tristesse
Da hilft auch keine noch so ermutigende Rede zum Neujahrsauftakt von Königin Margrethe, ist sich Der Nordschleswiger sicher. Denn mehr als die Hälfte der Dänen geht laut Umfragen davon aus, dass sich die Finanzkrise 2012 verschärfen wird, die Arbeitslosigkeit steigen und die Häuserpreise weiter fallen werden. Seit dem vergangenen Jahr befindet sich das Land, das nicht in der Eurozone ist, in einer schweren Bankenkrise, die etliche Kunden betrifft bzw. verunsichert.
Island: 2012 - keine Überraschung mehr
Die Wahrsagerin Völva glaubt es ganz genau zu wissen, was die Isländer im Neuen Jahr erwartet - steht in der Icelandic Review zu lesen: neue Vulkanausbrüche, ein vorzeitiges Ende der sozialdemokratisch angeführten Regierung und Neuwahlen, aus der eine Mitte-Rechts-Regierung hervorgehen soll. Inmitten dieser geologischen und politischen Erschütterungen wird sich vor allem Björk freuen können, der die Wahrsagerin große Erfolge in Aussicht stellt. Wenigstens etwas.
Kroatien: Weg mit den kleinen Australiern
Wie ein Boomerang kamen die Worte, die die Tourismusbeauftragte von Dubrovnik, Pave Zupan Ruskovic, vor wenigen Tagen in einem unbedachten Moment ausgesprochen hatte, zu ihr zurück. Als "betrunken und verrückt" soll sie die vermeintlich verhaltensauffälligen jungen zahlungskräftigen Touristen aus Australien und Neuseeland bezeichnet haben, die Kroatien in wachsender Zahl unsicher machen.
Eine Nachricht, die erwartungsgemäß mediale Wellen bis nach Ozeanien schlug. Während Ruskovic mit ihren Äußerungen in ihrer Heimat ins Abseits geraten ist, ist jedoch auch leise Zustimmung zu vernehmen, berichtet der New Zealand Herald. Von jenen kroatischen Lokal- und Hotelbetreibern nämlich, denen die Tourismusverantwortliche damit offenbar aus der Seele gesprochen hat.
Italien: Weite Wege führen zu Fiat
12.000 Stück des Fiat 500 sollen im abgelaufenen Jahr in den USA verkauft worden sein. Gerade ein Fünftel dessen, was jenseits des Atlantiks üblicherweise abgesetzt wird. Eric Peters vom American Spectator glaubt die Antwort zu kennen: Es gebe immer weniger Fiat-Händler in den Staaten; im Bundesstaat Virginia zum Beispiel gerade einmal drei. Hunderte Kilometer zu fahren, um einen schnittigen und sparsamen Kleinwagen zu kaufen - das ist selbst dem glühenden Autofan Peters zu viel!
Zypern: Geld für Gas?
Die jüngste Entdeckung von Erdgasvorkommen könnte die wirtschaftlichen Probleme des Inselstaates schlagartig lösen, sind sich die lokalen Medien einig. Bringt aber auch neue Herausforderungen, betont etwa die Cyprus Mail unter Berufung auf den norwegischen Staatssekretär Morten Soberg: "Für Länder sind reiche natürliche Ressourcen mehr Fluch als Segen." Denn: in welchen Mengen diese nutzen, um möglichst lange etwas davon zu haben? Oder: wie sicherstellen, dass letztlich der Profit auch im eigenen Land bleibt und nicht internationalen Energiekonzernen zufällt? Sieht ganz so aus, als ob sich die zyprische Regierung an Staaten wie Norwegen und Alaska orientieren dürfte, die dafür entsprechende gesetzliche Vorkehrungen getroffen haben.
Ute Rossbacher

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