Mit ihrem "Herz-Buch" ist Marianne Koch im vergangenen Jahr ein viel diskutierter Bestseller gelungen. Die 80-jährige Ärztin und Medizinjournalistin zählt zu jenen Experten, die einen direkten Zusammenhang zwischen Psyche und (tödlichen) Herzerkrankungen anerkennen (Psychokardiologie) und das sprichwörtliche "gebrochene Herz" für erwiesen halten.
Im Umkehrschluss bedeutet das für sie, dass man die Gesundheit des eigenen Herzens bis zu einem gewissen Grad selbst in der Hand hat. Das macht die Medizinerin immer wieder in Talksendungen, als einstige Präsidentin der Deutschen Schmerzliga und in ihrer eigenen Radiosendung "Gesundheitsgespräch" (samstags von 12.05 bis 13.00 Uhr auf Bayern2) deutlich.
Ein weiteres wichtiges Anliegen der Mutter zweier erwachsener Söhne: in Würde älter werden zu können und dazu geistig und körperlich beweglich zu bleiben - solange es nur möglich ist.
Vom Filmset in die Praxis
Koch selbst ist das beste Beispiel, dass das keine blanke Theorie ist: Die Internistin, die in jungen Jahren von der Nebenerwerbsschauspielerin zum internationalen Filmstar wurde, entschied sich nach ihrer Scheidung dazu, mit Anfang 40 das einst begonnene Medizinstudium inklusive Doktorat und Facharztausbildung abzuschließen. Um schließlich mit Anfang 50 die erste eigene Praxis zu eröffnen. Dabei blieb die Münchnerin dem Rundfunk treu: als Mitglied des "Was bin ich?"-Ensembles von Robert Lemke oder Moderatorin der NDR-Talkrunde "3 nach 9".
Um fit zu bleiben, geht die Ärztin bis heute täglich mit ihren Hunden spazieren und gönnt sich kleine Auszeiten. "Ich kann gut loslassen, gut entspannen", erklärt die 80-Jährige, die nicht älter als 60 aussieht, dazu in der SWR-Sendung "Wortwechsel". Statt auf Botox und plastische Chirurgie setzt sie auf weichzeichnendes und schmeichelndes Badezimmerlicht, frische Luft und ausgewogene Ernährung. Ihr Plädoyer: "Wir brauchen eine neue Ästhetik für ältere Menschen."
Zu dieser trägt sie unbestritten bei: mit offenem Blick und beständigem Interesse an der Welt. Anderen legt sie nahe, ähnliches zu versuchen - etwa im Gespräch mit der tz: "Einschränkungen, die früher mit 65 begannen, hat man heute mit 80. Das ist für uns ein großes Glück, aber auch die Verpflichtung, etwas damit anzufangen."
Buch-Tipp
Marianne Koch, Jörg Mair Das Herz-Buch, Deutscher Taschenbuchverlag (2011)
Artikel, informative Websites oder Sehens- bzw. Hörenswertes in Radio und Fernsehen: In unserer Kolumne "Media's Digest" stellt relevant-Redakteurin Ute Rossbacher wöchentlich ihre Medientipps vor.

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