T.C. Boyle, Bestsellerautor mit internationaler Fangemeinde, macht auf seiner für das kommende Frühjahr angekündigten Lesereise durch den deutschsprachigen Raum auch in Österreich Station und wird am 2. Mai im Wiener Rabenhof Theater/Literatursalon im Gemeindebau live zu hören und zu sehen sein.
Der US-amerikanische Schriftsteller, Umweltaktivist und Literaturprofessor wird bei dieser Lesung seinen aktuellen "furiosen, apokalyptischen" Roman "Wenn das Schlachten vorbei ist" präsentieren, der am 6. Februar im Hanser Verlag erscheint.
Es war ihm noch nie so ernst
"Eines der Themen, die mich über Jahre hinweg beschäftigt haben, ist unser Verhältnis zur Natur", bestätigt er. Um deren Ausbeutung und ihre katastrophalen Folgen geht es auch in diesem Roman.
Schauplatz der Story sind die Channel Islands vor der Südküste Kaliforniens, wo sich zwei Fraktionen von Umweltschützern einen unerbittlichen Kampf liefern. Die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts einer durch den Menschen empfindlich gestörten Umwelt verlangt entsprechende Opfer, würde einerseits dem Steuerzahler viel Geld und andererseits mancher Tierart das Leben kosten.
Um vom Aussterben bedrohte Vogelarten zu retten, soll die Insel von einer dazu beauftragten Umweltschützerin von Ratten befreit werden, was nichts anderes als Ausrottung bedeutet. Andererseits sollen im Zuge der ökologischen Sanierung auch Wildschweine zum Abschuss frei gegeben werden, um nicht heimische Adler aus dieser Region fernzuhalten. Die geplanten Maßnahmen rufen einen radikalen Tierschützer auf den Plan, der seiner Gegnerin offen den Krieg erklärt und dabei – wie die Romanvorschau auf Video (siehe Link am Textende) deutlich macht – ziemlich bedrohlich agiert und dabei auch nicht vor unlauteren Mitteln zurückschreckt.
Irgendwann bricht sowieso alles zusammen
T.C. Boyle, der sich seine Geschichten nicht nur in seiner kleinen, spartanisch eingerichteten Schreibstube unter dem Dach seines einst von Kultarchitekt Frank Lloyd Wright (ihm widmete Boyle den Roman "Die Frauen") erworbenen Hauses in Santa Barbara, sondern manchmal auch unter den Baumriesen des Sequoia Nationalparks einfallen lässt, wo ihm ein Brett auf zwei Stühlen auch schon mal den Schreibtisch ersetzt, hat sich bereits in früheren Werken mit Umweltthemen, Naturschutz und Öko-Terrorismus auseinandergesetzt, aber bestimmt noch nie so bitter, so böse und so ernst.
"Irgendwann, so der Autor, "bricht sowieso alles zusammen, meine Leser wissen das".
Nicht vorhersehbar
Der Sohn irischer Einwanderer, der in seiner Jugend mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte, sich in der Schule ziemlich schwer tat und seinen Collegeabschluss nach eigenen Worten nur mit großer Mühe schaffte, arbeitete zunächst als Lehrer, ehe er in englischer Literatur promovierte und im Alter von 30 Jahren seine ersten Kurzgeschichten veröffentlichte.
Der Erfolgsautor, der sich in jungen Jahren durchaus hätte vorstellen können, Musiker zu werden, hat es schließlich als Literat geschafft und sich mittlerweile an den Fanrummel rund um seine Person gewöhnt. Seine Bücher finden sich auf den Welt-Bestsellerlisten, Lesungen, die er in seiner Heimat hält, sind so gut besucht wie Rockkonzerte, die Musik liefern seine Texte und das wird auch so bleiben: "Schreiben hat mir das Leben gerettet, ich könnte damit nicht aufhören."
Buchtipps
T.C. Boyle Wenn das Schlachten vorbei ist - Hanser Verlag (Erscheinungsdatum: 6.2.2012)
T.C. Boyle Das wilde Kind - Deutscher Taschenbuchverlag
T.C. Boyle Ein Freund der Erde - Deutscher Taschenbuchverlag
T.C. Boyle Die Frauen - Deutscher Taschenbuchverlag
T.C. Boyle Schluss mit cool: Erzählungen - Deutscher Taschenbuchverlag
Renate Rossbacher ist freie Autorin. 1998 hat sie ihren Lyrik-Band "Man wird nicht reif, man wird nur müde" im Karin Fischer Verlag veröffentlicht; seitdem weitere Gedichte und Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien.

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