Mit 2012 gehen wir einem Schaltjahr entgegen, dem bereits im Vorfeld ein filmisches Denkmal gesetzt wurde: In "2012" malt Regisseur Roland Emmerich ein düsteres Szenario mit Naturkastrophen, die im globalen Chaos enden. Seine Wahl fiel dabei nicht von ungefähr auf das Jahr 2012. Laut dem Kalender des Maya-Stammes ist der Weltuntergang mit dem 21. Dezember 2012 datiert.
Perspektiven
Von Untergangsstimmung ist - wenn überhaupt - derzeit jedoch vor allem im Zusammenhang mit der Euro-Krise die Rede. Die Regierungschefs der Eurozone wollen in diesem Jahr ihren permanenten Rettungsschirm ESEF zu Schutz und Erhalt der Währung aufspannen, die am 1. Jänner ihren zehnten Geburtstag feiert. Ob sich damit wie auch mit den neuen Spielregeln für Bankgeschäfte (Basel III) die Ratingagenturen und Märkte überzeugen lassen, zeichnet sich im Augenblick nicht ab. Als wahrscheinlicher gilt, dass sich in der strategischen Ausrichtung der EU etwas Grundlegendes ändern wird. Für Dänemark, das in der ersten Jahreshälfte die Ratspräsidentschaft innehat, wird es auf jeden Fall kein leichtes werden, die Gemüter in Brüssel zu beruhigen.
Angesichts der Warnungen von Klimaforschern, die seit dem jüngsten Gipfel im Dezember 2011 unheilvoller klingen, und der sich verschärfenden globalen Finanzkrise erscheint der Blick in die unendlichen Weiten des Weltalls geradezu verlockend. Mit Spannung wird bereits erwartet, welche neue bewohnbaren Planeten das Weltraumteleskop Kepler noch zum Vorschein bringt. Nicht minder die Weltraumflüge, zu denen Milliardär Richard Branson ab Ende des Jahres abhebt und zahlungskräftige Passagiere auf dieser Expedition mitnehmen wird.
Auf die anderen wartet zumindest ein Kino-Jahr, das in fremde Welten entführt: Die Twilight-Saga geht in das Finale, Peter Jackson lädt zum Vorgänger der "Herr der Ringe"-Trilogie "Der Hobbit"; dazwischen beehrt uns James Bond zum 23. Mal, und der aus Frankreich kommende Oscar-Favorit "The Artist" ist ein Stummfilm im Stil der 20er-Jahre. In "Die eiserne Lady" unternehmen die Zuseher eine weitere filmische Zeitreise - diesmal in die Ära der britischen Premierministerin Margaret Thatcher (verkörpert von Meryl Streep).
Eingefleischte Apple-Fans hingegen stimmen sich - ganz zukunftsgerichtet - bereits auf die Veröffentlichung des iPad3 im Frühjahr ein. So mancher Autofahrer blickt unterdessen skeptisch der Einführung des Biosprit E10 entgegen, der in Deutschland bereits für heftige Diskussionen sorgte. Die textlich adaptierte Bundeshymne hingegen, die mit 1. Jänner 2012 gesetzlich in Kraft tritt, wird vermutlich sang- und klanglos an den meisten Frauen in Österreich vorüberziehen.
Die Arabellion, zweiter Teil
Ob die Parlamentswahlen die Zustände in Syrien ändern, wird sich im Februar entscheiden; dass US-Präsident Barack Obama sein Amt bei den Präsidentschaftswahlen im November verteidigt, wird fix angenommen.
Sportfreunde sichern sich bereits die erste Reihe fußfrei bei den kommenden Highlights, zu denen einerseits die Olympischen Sommerspiele in London (27.7. - 12.8.), die EURO 2012 in Polen und der Ukraine (9.6. - 1.7.) oder das große Champions-League-Finale im Mai zählen.
Während die Justizbehörden noch in den Affären Buwog ermitteln, tritt der Prozess um die Bawag ab dem Frühjahr wieder in den Blickpunkt, wenn er wieder aufgerollt wird.
Ute Rossbacher

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