Dem Verbot des Stierkampfs in Katalonien könnte das restliche Spanien schon bald folgen, so Ute Müller in der "Welt":
Die Corridas (Stierkämpfe, Anm.) wurden bereits vor rund 20 Jahren ohne viel Aufhebens auf den Kanarischen Inseln verboten, relativiert Müller den jüngsten Parlamentsbeschluss der Katalanen. Dass die Entscheidung von Barcelona nun solche Wellen schlägt, liege allein an der politischen Brisanz, die sich hinter dem Alleingang der Region verbirgt.
So oder so, aus Sicht der Tierschützer sei es auf jeden Fall ein weiterer Etappensieg auf dem Weg zu einem landesweiten Verbot des Stierkampfes, lenkt sie den Blick des Lesers auf die seit Jahren laufende Debatte. Den Traditionalisten, die den Stierkampf verfechten, natürlich kein Trost, wie die Autorin dem - noch ohne Parteinahme - gegenüberstellt. Zu gerne erinnern jene an die wirtschaftlichen Vorteile, die der Stierkampf Spanien beschere: Allein 200.000 Familien würden von diesem Gewerbe leben, die jährlichen Umsätze belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro. Auch aus vermeintlich ökologischen Gründen halten die konservativen Spanier am Stierkampf fest - des Weidelands wegen, wie es heißt. Denn rechne sich die Bewirtschaftung der riesigen Flächen für die Stiere nicht mehr, würden jene verwildern und leichter durch Waldbrände verwüstet werden können. So die Befüchtung der Landwirte.
Argumente, die auch die Spanier selbst immer weniger überzeugen - wie auch offenbar Ute Müller: "Nur noch ein Drittel der Spanier kann dieser Fiesta etwas abgewinnen, bei den Jüngeren tendiert das Interesse gegen null." Was auch die Autorin hoffen lässt: "Auch im Rest von Spanien ist das Ritual vom Verschwinden bedroht."
Gegenmeinung: Für die "Kölner Stadt-Anzeiger"-Autorin Christiane Mitatselis ist ein Ende des Stierkampfs noch lange nicht in Sicht. Lesen Sie auch ihren Kommentar!

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