Philippe Sands macht aus seiner Betroffenheit ob des Leids der afghanischen Bevölkerung keinen Hehl. Auszüge aus seinem Kommentar für die britische Tageszeitung "The Guardian":
Für die geheimen Afghanistan-Dokumente, die die Online-Plattform Wikileaks veröffentlicht hat, brauche man einen guten Magen, ist Sands immer noch die Erschütterung ob der blutigen Details anzumerken. Denn, wie er nachsetzt: "Diese Protokolle sind brutal und ungeschminkt." Schildern, wie er resümiert, nicht nur den verzweifelten Kriegsalltag der Soldaten, sondern auch das Vorgehen der geheimen Kommandoeinheit Task Force 373, die führende Taliban-Köpfe jagen solle. Das Stichwort für den immer noch aufgewühlten Autor: Missionen, die kaum Erfolge zeitigen, jedoch jede Menge Menschenleben fordern - unter Zivilisten und Soldaten der eigenen Armee wohlgemerkt!
Dass deren Einsätze keinen dauerhaften Erfolg haben, sei eine Sache, räumt er dabei ein. Eine andere jedoch, unschuldige Frauen, Männer und Kinder noch mehr in Gefahr zu bringen, als sie es ohnehin bereits seien. Dass der Tod zahlreicher Zivilisten sogar noch bewusst von der US-Führung in Kauf genommen werde, um das gewünschte Ziel zu erreichen, bringt Sands spürbar auf. Zumal sich laut Expertenaussagen die Opfer nicht einmal direkt im Kriegsgebiet befinden.
Wenn das alles damit gemeint sei, wenn Offizielle von "gezielten Tötungen im Rahmen des internationalen Rechts bzw. der Menschenrechte" sprechen, dann erscheint das Sands wie eine Hohn.

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