Wien Bewölkt 20.9°C
Quelle: ZAMG

Kolumnen

Renate Rossbacher

kulturlounge Ystad, Stockholm, London: Krimi-Reisen liegen im Trend.


Manuel Simbürger

Inside Out Life Ball 2012: Fast-Live-Ticker zum Ball der Bälle.


Sascha Bém

provokant SMFPK? - Wenn sich Männer nach "Tetschn" sehnen.


Ute Rossbacher

Media's Digest Stars und Sternchen einmal anders: ein Blick in die Welt der Astrologie.


Markus Berndt

HR quergedacht Die ignorierten eierlegenden Wollmilchsäue.


Dr. Erdal Cetin

Inside OP Fersensporn: Schmerzhaft und langwierig zu behandeln.


Werner Becher

FrechDAX Bye Bye, Griechenland.

Interviews

Bildergalerien

Weitere Meinungsthemen

Afghanistan-Krieg: US-Dokumente "geleakt"

Julian Simmonds/Rex Features/picturedesk.com

Eric Gujer

Die neue Macht im Internet

27.07.2010
"Nicht mehr der Staat, sondern User im Netz bestimmen, was heute geheim ist."

Aufdecker-Plattformen wie Wikileaks haben den großen Tageszeitungen das Spiel um die Enthüllung politischer und wirtschaftlicher Skandale abgenommen. Zeigt Eric Gujer aus aktuellem Anlass in der "Neuen Zürcher Zeitung":

Seit drei Jahren spiele Wikileaks im Bewerb um exklusive Enthüllungsgeschichten mit, schickt Gujer voraus. Und sei dabei angesehenen Medien wie der "New York Times" immer häufiger eine deutliche Schrittlänge voraus. Der "NZZ"-Autor kann offenbar noch nicht eindeutig sagen, ob ihm diese Entwicklung gefällt, wenn er schreibt: "Nicht mehr der Staat, sondern User im Netz bestimmen, was heute geheim ist."

Laut eigenen Angaben, bemerkt Gujer, habe Wikileaks nämlich in der Zwischenzeit bereits 1,2 Millionen geheime Dokumente von Unternehmen und Regierungen veröffentlicht. Wobei auch er zugibt: "Man kann Zweifel haben, ob diese Zahlen stimmen, die Wirkung der Plattform lässt sich nicht bestreiten." Das haben, wie er bemerkt, auch Staaten erkannt. Vor allem jene, denen besonders wenig daran gelegen sei, über ihre Strategien im Internet zu lesen - allen voran Simbabwe, Israel, aber eben auch die USA. Wie sich am Beispiel des von Wikileaks veröffentlichten Geheimpapier über die tatsächliche Lage in Afghanistan zeige, ergänzt der Autor. Um gleichzeitig auf die weitreichenden Folgen hinzuweisen, die er - zwiegespalten - nennt: Damit setze die Online-Plattform die Grenzen der Geheimhaltung außer Kraft. Lasse sich juristisch im Grunde nicht belangen. Liefere Informationen, deren Wahrheitsgehalt nur schwer überprüft werden könne. Ganz zu schweigen davon, kehrt er hervor, dass brisantes Material auf den Servern gespeichert bleibe.

Herausforderungen, denen sich die Öffentlichkeit stellen müsse, sieht Gujer Handlungsbedarf auf Seiten der Verantwortlichen: "So ist Wikileaks auch ein Testfall, wie heute die Macht verteilt ist zwischen dem Staat und der anonymen Internet-Gemeinde."

Home
Meinung
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech