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Mal' mit Bob

07.12.2011
Die TV-Reihe "The Joy of Painting" des legendären Fernsehmalers Bob Ross genießt auch 16 Jahre nach seinem Tod immer noch Kultstatus. Aus gutem Grund.

Einer Malstunde von Bob Ross in Bayern Alpha beizuwohnen ist ein wenig wie Yoga für die Augen. Das ideale Betthupferl für Erwachsene - aus einer Zeit, als Fernsehen anders gemacht wurde als heute: langsamer und (wohltuend) unaufgeregter.

Wenn der freundliche Amerikaner mit ruhiger Stimme besänftigend zu seinem Publikum spricht und vor dessen Augen verträumte Landschaften in Pastelltönen entstehen lässt, dann heißt es sich zurücklehnen und entspannen. Wobei der am 29. Oktober 1942 in Florida geborene Ross nach eigenen Worten weit mehr im Sinn hatte als nur das: nämlich Menschen glücklich zu machen und sie zu eigenen künstlerischen Aktivitäten zu inspirieren. Und in seinem Fall fällt es wahrlich schwer, das nicht zu glauben.


Malen statt marschieren

Er selbst fand über Umwege zur Malerei. Nach 20 Jahren hatte Ross 1981 seinen Militärposten bei der Air Force an den Nagel gehängt und unter Anleitung von Bill Alexander seine eigene Technik (Nass-in-Nass-Malerei) entwickelt. Erfolgreich tourte der Maler durch die USA, von wo er ab 1983 mit seiner Serie "The Joy of Painting" weltweit durchstartete.

Dabei blieb es nicht: Begleitend zu seiner Sendung, die rund 400 Folgen umfasst, werden von seinem Unternehmen, das seinen Namen trägt, eine Ausbildung zum CRI (Certified Ross Instructor), Malkurse und Mal-Sets angeboten. Und das auch 16 Jahre nach dem frühen Tod von Bob Ross mit ungebrochenem Erfolg.

Der "glückliche Maler", wie er auf seiner Website genannt wird, starb 1995 im Alter von 52 Jahren, zwei Jahre nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau Jane. Dank seiner beliebten Fernsehreihe jedoch kann man sich seiner Bilder, die so lyrische Namen wie "Tranquil Dawn" oder "Mountain Rhapsody" tragen, immer noch erfreuen. Selbst dann, wenn man dem naiven Realismus eigentlich nur wenig abgewinnen kann. Dieser spiegelt im Fall von Bob Ross nur seine ansteckende Lebensfreude: "Ich kann die Welt erschaffen, die ich will, und ich kann diese Welt so glücklich machen, wie ich will." - Auf Papier, immerhin.


Artikel, informative Websites oder Sehens- bzw. Hörenswertes in Radio und Fernsehen: In unserer Kolumne "Media's Digest" stellt relevant-Redakteurin Ute Rossbacher wöchentlich ihre Medientipps vor.

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