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Winterlich gestimmt: Kate Bush und Secret Garden

06.12.2011
Musik für die Jahreszeit und ein märchenhafter Soundtrack.

Seit Kate Bush mit "Fish People" ihr eigenes Label gegründet hat, ist sie in ihrer Arbeit noch unabhängiger geworden und überrascht nach langjähriger Schaffenspause in diesem Jahr bereits mit dem zweiten Album, das übrigens – einem neuen Trend entsprechend - auch als Schallplatte erhältlich ist.


Pianoklänge und Geigenmusik

Für "50 Words für Snow" – ein winterlich gestimmtes, auf sieben Songs verteiltes 65-Minuten Werk, das der Jahreszeit entsprechend mit unterschiedlichen Schneegeschichten aufwartet, hat sich die Songwriterin namhafte Freunde mit ins Boot geholt. Sogar ihr dreizehnjähriger Sohn kommt in "Snowflake" zum Einsatz, dessen hohe und wunderschöne Stimme seine Mutter auf diese Art zu verewigen versucht, wie sie in einem aktuellen Interview mit Die Zeit kürzlich erst erklärt hat.

Beinahe sieben Minuten dauert die musikalische Reise der Schneeflocke aus den Wolken bis zur Erde und hat es im Vergleich zu allen andern Songs auf der CD noch eilig. Sie dauern alle etwas länger.


Leises Trommeln und Bassgebrumm

In "Wild Man" – einer Geschichte über Yeti, den Schneemenschen - übernimmt Andy Fairweather Low den Refrain. Die heiße Affäre mit einem Schneemann, der dabei gnadenlos dahinschmilzt, nimmt Kate Bush allein auf sich. Mit Elton John begibt sie sich auf eine Zeitreise, in der ein Liebespaar über Jahrhunderte hinweg einander immer wieder bei zeithistorischen Ereignissen begegnet. Dazwischen findet sich eine Eiswasserleiche im "Lake Tahoe", und der britische Schauspieler und Buchautor Stephen Fry übernimmt vor klangvoller Kulisse die Rezitation der 50 Synonyme für das Wort Schnee, die natürlich nicht aus dem Wortschatz der Eskimos stammen, sondern zum Großteil frei erfunden sind. Worterfindungen scheinen der Songwriterin in diesem Fall offenbar großen Spaß gemacht zu haben, sie klingen etwas seltsam, aber irgendwie dennoch glaubwürdig.


Verträumt, verschneit

Mit musikalischen Wintergedichten stimmt sich das norwegisch-irische Duo Secret Garden auf die vierte Jahrszeit ein. Ihr neues Album "Winter Poem" ist seit Mitte November im Handel und wird auch auf iTunes zum Download angeboten.

Es ist das siebente Album der Band, auf dem vorwiegend ruhige Instrumentalmusik zum Abschalten und Entspannen einlädt. Nur drei der elf Nummern warten auch mit lyrischen Texten auf: "The Dream" wird von der irischen Songwriterin Moya Brennan gesungen. Bei "Powered by Nature" – einem der beiden offiziellen Songs Norwegens bei der EXPO 2010 in Shanghai – findet sich die Gospelsängerin Tracey Campbell zum Duett mit dem jungen norwegischen Songwriter Espen Grjotheim ein. Den Song "Mary's Lament" bestreitet Fionnuala Gill, der weibliche Part des Duos, im Alleingang.

Die aus einer Mischung von irischer Folklore und Klassik komponierten Wintergedichte sind dazu angetan, sich in entsprechende Winterstimmung zu bringen, die durch den fehlenden Schnee vorerst noch ausgeblieben ist.


Märchenhafter Soundtrack

Zeitgleich mit dem Filmstart des Märchenklassikers "Der gestiefelte Kater", der in 3D ab 8. Dezember in den heimischen Kinos zu sehen sein wird, erscheint bei Classic Sony Music auch die Filmmusik auf CD. Während im Original Antonio Banderas dem tapferen Kater seine Stimme leiht, ist in der deutschen Synchronisation Benno Fürmann zu hören. Bislang hat der Film, der in den USA bereits Anfang November in die Kinos kam, beinah das Doppelte der Produktionskosten, die sich auf 130 Millionen US-Dollars beliefen, eingespielt.

Dass Filmhelden, die nur Gutes im Sinn haben, wieder im Vormarsch sind und die Bösewichter allmählich von der Leinwand verdrängen, wertet der spanische Schauspieler als durchaus positive Entwicklung. Bei seiner Ankunft in Hollywood vor einundzwanzig Jahren hatte man ihm vor allem klar zu machen versucht, dass das Genre mieser Gauner mehr Arbeit und Erfolg bringen würde.

Einen gesellschaftlichen Umbruch ortet der Schauspieler daher im veränderten Verhalten des Kinopublikums, das sich wieder mehr dem Positiven und Märchenhaften zuwendet. Jedenfalls erhält er entsprechend positives Feedback für seine Arbeit an diversen Animationsfilmen. So auch von seinem immerhin mittlerweile sechsundzwanzigjährigen Sohn, der die Arbeit seines Vater als Märchenkater ganz großartig fand. Sein Urteil: "That's a cool cat, Dad!"


Musiktipps

Kate Bush 50 Words für Snow - erschienen bei EMI

Secret Garden Winter Poem - erschienen bei Edel

Der gestiefelte Kater (Puss in Boots) - Sony Music (ab 9.12.)

Sherlock Holmes: A Game of Shadows - Sony Music (ab 16.12.)


Renate Rossbacher ist freie Autorin. 1998 hat sie ihren Lyrik-Band "Man wird nicht reif, man wird nur müde" im Karin Fischer Verlag veröffentlicht; seitdem weitere Gedichte und Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien.


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