Die wahlberechtigten Migranten könnten bei der Wien-Wahl im Herbst zum Zünglein an der Waage werden. Das haben auch die Parteien erkannt, so Mascha Dabic auf der Online-Plattform "dastandard.at", einer Website des "Standard" mit Berichten und aktuellen News für Zuwanderer:
Dabic schickt voraus: Zuwanderer werden zusehends von den Wiener Parteien umworben. Die ÖVP buhle um die Gunst kroatischstämmiger Wähler, SPÖ und Grüne tendenziell um jene der türkischen Zuwanderer. Und, hebt sich der Autor die Pointe für den Schluss auf: Auch die FPÖ umgarnt eine bestimmte Gruppe unter den Migranten - nämlich die nationalistischen Serben.
Wie das zusammengehen mag, erläutert Dabic anschaulich: Was die Freiheitlichen mit den serbisch-nationalistischen Kräften eine, sei die Ablehnung eines unabhängigen Kosovo und des Islam. Mit subtilen Mitteln, schildert der Autor, unterstreicht Strache auf den Wahlplakaten seine Solidarität mit dieser Gruppe. Etwa durch ein blaues Gebetsarmband, das von dieser als eindeutiges Symbol der serbisch-orthodoxen Kirche erkannt werde. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, fügt der Autor ein, dass die klassischen FPÖ-Wähler diesen Code nicht entschlüsseln. Und es wirkt, wie Dabic schreibt: Denn auch in Serbien selbst seien Straches Bemühungen in einschlägigen Kreisen wohlwollend zur Kenntnis genommen worden.
Doch auch aus anderem Grund fühlen sich die serbischen Nationalisten bei Strache in ihrer zweiten politischen Heimat angekommen, erklärt Dabic den Lesern: Sie haben nämlich bis heute nicht verwunden, dass Österreichs Regierung während dem Balkan-Krieg Position für Kroatien und gegen Serbien bezog. In ihren Augen eine tiefe Kränkung, die ihre Integration erschweren sollte. Strache habe also mit seiner politischen Einladung an sie eine neue Wählergruppe für die FPÖ erschlossen, schließt Dabic, denn: "Auch die Freiheitlichen können es sich nicht leisten, die Realitäten der Einwanderungsgesellschaft zu ignorieren und auf die Stimmen von Migranten gänzlich zu verzichten."

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