Die Studentenproteste vom Herbst haben auf politischer Ebene nichts gebracht. Josef Votzi im "Kurier" über das heimische Uni-Dilemma:
Votzi: Seit den Studentenprotesten im Herbst ist nichts passiert. Eine neue Bildungsministerin schlage sich mit den alten Problemen herum, die Unis seien immer noch hoffnungslos überlaufen und wissen sich daher nur noch mit Knock-out-Prüfungen zu behelfen. Der Autor: "Der Dauer-Notstand an den Unis und Schulen ist lebensgefährlich fürs ganze Land."
Bestes Beispiel für ihn - die Wiener Wirtschaftsuniversität: Allein im Herbst erwarte diese 7.000 Neuanfänger, Platz ist allerdings nur für 1.300. Die Uni, die sich von der Regierung im Stich gelassen fühlt, wird also in der Not vier Einstiegsprüfungen durchführen, um die Zahl der Anfänger drastisch zu drücken. Votzi spricht von "einer Art Armin-Assinger-Quiz für Akademiker".
Beschämend aus seiner Sicht, was die Regierung in der Zwischenzeit tut: nichts nämlich. Stattdessen folgt sie ihrem Prinzip: Diskussionen ja - Lösungen nein. Seit mehr als zehn Jahren gehe das mittlerweile so, teilt Votzi den Frust von Lehrenden und Studenten. Der Autor neigt daher dazu, Uni-Rektor Christoph Badelt Recht zu geben: "In der Politik geht es viel öfter darum, lieber dem Gegner eins auszuwischen, als eine Lösung zu finden"

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