Österreichs Uni-Rektoren steigen pünktlich zum Ende des Studienjahres auf die Barrikaden gegen die Sparpläne der Regierung. Mit ihrer Haltung sind sie allerdings ein Teil des Problems, nicht die Lösung, so Christoph Schwarz in der "Presse":
Schwarz: Deutschland, du hast es besser - zumindest, wenn es um den Bereich Bildung geht. Hat doch die Regierung Merkel trotz eines umfangreichen Sparpakets Investitionen in Schulen und Unis geplant. In Österreich, so der Autor, gelte derzeit genau der gegenteilige Grundsatz. Ja, gibt er zu, das ist ein Problem. Dem er die Frage gegenüberstellt: Ist es allein damit getan, mehr Geld ins System zu pumpen? Und hier fällt seine Antwort klar aus: nein!
Denn Investitionen, ist er überzeugt, müssten mit einer grundsätzlichen Umstrukturierung des behäbigen Uni-Apparates einhergehen. Aber genau dagegen stemmen sich wiederum die Rektoren. Und Schwarz hegt auch einen Verdacht, warum das so ist: "Die unverständliche Blockadepolitik (...) ermöglicht es ihnen, sich zurückzulehnen, unter Beifall über ihre Unterfinanzierung zu sudern und nebenbei die Probleme auf die Studenten abzuwälzen."
Der erste Schritt für Schwarz müsste daher sein, einen Kassensturz zu machen. Zu errechnen, wieviel ein Studienplatz den Unis im Durchschnitt überhaupt kostet. Denn das, so der Autor, wissen bisher weder die Hochschulen noch das zuständige Ministerium! Er präzisiert: Auf der Grundlage dieser Daten bzw. einer klaren Trennung von zweckfreier Forschung und Lehre erhalten die Unis Budgets zugeteilt, die allerdings auch nur für diese Bereiche ausgegeben werden dürfen. Und der Kern für Schwarz: Erst wenn insgesamt die Zahl der Studienplätze erhöht wurde und die optimale Betreuung der Studenten gewährleistet ist, können sinnvolle Zugangsbeschränkungen fixiert werden. Das jedoch setzt seiner Meinung nach aber genau jene Umstrukturierung voraus, der sich die Rektoren bisher verweigert haben.
Wie auch immer man es dreht und wendet, aus Schwarz' Sicht gibt es auf jeden Fall keine einfache Lösung, die sich dem Wähler gut verkaufen lässt. Das dürfe jedoch, schließt er, in diesem Fall für die Regierung auch nicht das Kriterium sein.

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