Loukas Papademos heißt der neue Ministerpräsident Griechenlands. Die Wahl des 64-jährigen Ökonomen lässt die Bürger des Landes hoffen, und soll Brüssel und die Märkte beruhigen. Das könnte auch gelingen: Denn der frühere Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) gilt als glühender Europäer und Befürworter der Währungsunion. Er ist es auch, der den Euro-Beitritt seiner Heimat auf den Weg gebracht hat.
Immer wieder als Finanzminister im Gespräch, hatte sich Papademos, der in den USA Physik, Elektrotechnik und Betriebswirtschaft studiert hat, auf seine Arbeit als Wissenschafter konzentriert und lange Jahre an amerikanischen Eliteuniversitäten unterrichtet, zuletzt in Harvard.
Seine Bedingungen
Für sein Amt, das er nach seiner Angelobung am (morgigen) Freitag antreten wird, hat er sich einige Bedingungen ausgehandelt: Er wolle, heißt es, volle Handlungsmacht, um Griechenland rasch stabilisieren zu können. Das scheint dringend geboten, denn - berichtet n-tv: "Die gesamtstaatliche Verschuldung werde 2012 und 2013 jeweils knapp 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen." Während in der EU eine maximale Defizitquote von 60 Prozent erlaubt sei.
Daher beansprucht Papademos auch für sich, gegebenenfalls über die Wahlen am 19. Februar 2012 hinaus die Amtsgeschäfte zu führen, wenn dies die Lage erfordere.
Bis dahin gibt es einiges zu stemmen: Vor allem muss es Papademos gelingen, alle erforderlichen Reformpakete durchs Parlament zu bringen. Denn nur dann wird die nächste Geldtranche in der Höhe von acht Milliarden Euro für Griechenland von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) freigegeben.
Ute Rossbacher

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