Nach den gestrigen belgischen Parlamentswahlen gibt es für Thorsten Knuf im Kölner Stadt-Anzeiger eine Erkenntnis: Der Föderalstaat mit Flamen und Wallonen zerfällt.
Es sei schon signifikant, so Knuf: Im niederländischen Norden Belgiens sei mittlerweile eine relative Mehrheit auf Seiten einer Partei, die sich unverhohlen für das Ende des Föderalstaates stark macht. Noch sei zwar nicht klar, was der Erfolg der nationalistischen N-VA für die Regierungskonstellation bedeute, dafür umso mehr, wie sehr in Belgien die Pole auseinander streben.
Knuf verdeutlicht in seiner Analyse, wie absurd diese nationalistischen Tendenzen gerade hier sind: Belgien ist nämlich ein kleines Land, in seiner Hautpstadt Brüssel sitzen die meisten EU-Institutionen. Belgien ist also zum einen "durch und durch europäisch", zum anderen aber auch ganz das Gegenteil: Denn während sich der Kontinent um Einheit und um eine geschlossene Rolle in der Weltpolitik bemüht, "sucht ein Großteil der Belgier sein Heil in der Kleinstaaterei", so Knuf.
Die Konflikte um Regionen und Sprachgruppen haben schon längst den politischen Alltag Belgiens bestimmt und werde sich nach dieser Wahl weiter zuspitzen. Knuf resümiert: "Es scheint, als gebe es in der belgischen Politik nur zwei Konstanten: Den König - und das Chaos."

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