Bei vielen kommt Freude auf, wenn Hedgefonds reguliert werden. Warum es diese dennoch gelassen nehmen, erklärt Martin Fellhuber im "Wirtschaftsblatt":
Fellhuber kann die allgemeinen Vorbehalte gegen Hedgefonds durchaus nachvollziehen: Die Wege ihrer Transaktionen sind verschlungen, ihre Strukturen schwer zu durchschauen, die Firmensitze meist auf den Kanalinseln. Klingt nicht gerade sympathisch, gibt der Autor zu. Regulierungen durch die EU stoßen daher auch auf entsprechend geringen Widerstand - selbst in Großbritannien, wo immerhin 80 Prozent (!) der Hedgefonds ihren Sitz haben.
Doch, gibt Fellhuber zu bedenken: "So viel Aufregung das Thema in Brüssel verursacht, die Branche bleibt relativ gelassen." Superfund-Gründer Christian Baha etwa setze sich ohnehin bereits seit längerem für Regulierungen ein, auf internationaler Ebene verzeichneten die Hedgefonds sogar leicht steigende Gewinne seit dem EU-Beschluss. Für den Autor keine große Überraschung, denn: Eine wesentliche Einschränkung in ihrer Arbeit brauchen Hedgefonds durch die neue Regelung nicht zu fürchten. Eher schon durch die Finanztransaktionssteuer, so sie denn eingeführt werde, holt er zu einer näheren Erklärung aus: Vor allem Hedgefonds, die auf Währungsschwankungen setzen, fielen dann um große Gewinne um. Denn der Devisen- warf bisher deutlich mehr Geld ab als der Aktienhandel: "Rund 50 Milliarden Dollar werden im Schnitt täglich an den Börsen umgesetzt. Im Devisenhandel sind es etwa drei Billionen Dollar täglich."
Das trifft am Ende der Kette auch Bankkunden, die nicht mit Wertpapieren handeln, dringt Fellhuber zum Kern der Sache vor: Wir sind Hedgefonds! Zum Beispiel in dem Augenblick, in dem wir eine Lebensversicherung oder Pensionsvorsorge mit hohem Gewinnanteil abschließen. Schon einmal überlegt, wie dieser erwirtschaftet wird, fragt Fellhuber.

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