Drei Jahre bereits dauert die Finanzkrise bereits an, und erst jetzt wird die EU aktiv. Stefan Borst im "Focus" über die schwierige Geburt der Hedgefonds-Regulierung:
2007 war es, als gleich zwei Hedgefonds der Investmentbank Bear Stearns krachten, lässt Borst noch einmal die Turbulenzen an den Märkten Revue passieren - der Beginn der weltweiten Finanzkrise. Über Nacht mussten Banken weltweit verstaatlicht werden, und Verluste im dreistelligen Milliardenbereich verkraftet werden. Der Autor kann sich noch erinnern: Ja, es gab damals europäische Politiker, die "Verkehrsregeln für die Finanzmärkte" forderten. Doch ihre Warnungen und Appelle, sie verhallten in Brüssel ungehört, kann er es immer noch nicht fassen. Merkel, Sarkozy und Co. wollten glauben, dass die Krise mit der leicht anziehenden Konjunktur überstanden sei - bis zuletzt. Naivität, die Borst erschüttert. Selbst jetzt, wenn die EU die Hedgefonds gesetzlich reguliert, will bei dem Autor keine rechte Erleichterung aufkommen, denn: "Brüssel handelt, aber es handelt erschreckend spät."
Abgesehen davon, so Borst: Die Regulierung fällt denkbar milde aus. Mehr Transparenz und eine Registrierungspflicht für Hedgefonds - das sei es dann aber auch schon wieder. Nicht zuletzt bereits das Höchste der Gefühle, da alle anderen Maßnahmen ohne USA und Asien ins Leere zielen. Dessen ungeachtet jedoch, schließt der Autor, habe die EU mit fahrlässiger Langsamkeit das Thema Finanzkrise angepackt. Dabei geht es ja auch flotter, wie die Rettungspakete gezeigt haben, schließt Borst: "Wirklich schnell handelt die EU nur, wenn es ans Geldausgeben geht."

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