Quelle: ZAMG

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Flugsicherheit: Hat die EU die Aschkarte?

Johan Nilsson/EPA/picturedesk.com

Thomas Ludwig

Die EU ist nicht der Sündenbock für alles

20.04.2010
"Die EU wegen der Flugverbote vorzuverurteilen ist vorschnell und unsinnig."

Die EU mögen wir für vieles zu Recht kritisieren, aber für die Flugverbote kann sie diesmal wirklich nichts, stellt Thomas Ludwig im "Handelsblatt" klar:

Ludwig stößt sich an der emotionalen Debatte über die Flugverbote, basiert sie seiner Ansicht nach auf Unwahrheiten. Vor allem jene, denen die Folgen des isländischen Vulkans ein willkommener Anlass sind, einmal mehr über die EU zu wettern, bremst er ein: Nicht sie hat die Flugverbote erlassen, es waren die Nationalstaaten selbst, die über ihren Luftraum in diesem Fall selbst bestimmen. Die Verkehrsminister beziehen dabei die Vulkanasche-Daten von der Volcanic Ash Advisory Center in London und treffen auf dieser Grundlage ihre Entscheidungen. Ludwig: So schaut's aus.

Aus einer Verantwortung entlässt aber auch er die EU nicht: Keine Frage, sie hätte zeitiger die europäischen Verkehrsminister an einen Tisch holen müssen, um ein gemeinsames Vorgehen zu koordinieren. Aber immerhin, sie tut es jetzt.

Das Problem der EU nach Ludwigs Ansicht: Sie bleibt in einer "lose-lose-Situation". Drängt sie auf eine Aufhebung des Flugverbots, und eine Maschine stürzt ab - Gnade ihr. Plädiert sie dafür, zieht sie sich den Argwohn der Airlines zu. Ein gangbarer Kompromiss für Ludwig: eine flexible Öffnung des Luftraums. Soll heißen: Den Flugverkehr über jene Routen umzuleiten, die am wenigsten oder gar nicht von der Vulkanasche betroffen sind.

Gegenmeinung: Für den britischen Abgeordneten Denis MacShane ist gerade jetzt die EU gefragt. Lesen Sie auch seinen Kommentar!

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