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FrechDAX - die Wirtschaftskolumne

Der FrechDAX

Sparen ist pfui, Geld verprassen hingegen Bürgerpflicht

06.10.2014
Immer absurder werden die Vorschläge, wie die Wirtschaft angekurbelt werden soll. Nun hat sich auch der sozialistische italienische Ministerpräsident Matteo Renzi zu Wort gemeldet.

Speziell sozialistisch indoktrinierte Menschen glauben an das Wunder, die wirtschaftlichen Probleme eines Landes könnten einfach dadurch gelöst werden, dass die Bürger einfach mehr konsumieren. Dieser wirren Idee folgend, nehmen viele Politiker seit Jahrzehnten immer noch höhere Staatsschulden in Kauf, um mit diesem Geld auf Pump die Wirtschaft ankurbeln".

Wozu das geführt hat, kann man an der Staatsverschuldung von wirtschaftspolitisch eher sozialistisch orientierten Ländern einfach ablesen: zu einer gigantisch hohen Staatsverschuldung. Diese Staatsschulden dürfte es aber gar nicht geben, denn eigentlich hätte die Ankurbelung der Wirtschaft auf Pump ja bereits in der Vergangenheit funktionieren müssen. Sie hat aber niemals zum erwarteten höheren Konsum und damit höheren Steuereinnahmen für den Staat geführt sondern konsequent immer nur zu einem: zu noch mehr Schulden.

Nachdem immer mehr Staaten mittlerweile vor einem unbewältigbarem Schuldenberg stehen und die Gefahr droht, dass ihnen die Finanzmärkte keine weiteren Kredite mehr für eine politisch motivierte Geldvernichtung borgen, müssen neue Ideen her.

Der sozialistische italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hatte nun eine solche. Auch er möchte wenig überraschend den Binnenkonsum ankurbeln, um der Wirtschaft seines reformresistenten Landes aus der Rezession zu helfen. Dazu schlägt er allen Ernstes vor, die Italiener sollen einkaufen gehen, statt für das Alter vorzusorgen.

Konkret ist die Regierung Italiens unter Ministerpräsident Renzi offenbar bereit, nun auch die private Zukunft der Menschen zu verschleudern. Nachdem jene des Staates, längst unwiderbringlich verpfändet wurde. Geplant ist, die zweite Säule der Rentenversicherung in Italien zu öffnen, um die Bürger zu noch viel mehr Konsum zu verführen. Derzeit müssen Italiens Unternehmen monatlich einen Teil des Lohns für die Altersvorsorge einbehalten.

Anstatt für das Alter anzusparen, sollen die Italiener nach den Plänen Renzis das Geld lieber sofort ausgeben. Wovon die Menschen dann im Alter leben sollen, scheint ihn nicht zu interessieren, ist doch die Wahrscheinlichkeit gering, dass er dann noch politische Verantwortung tragen wird.

Geht es nach Renzi, soll die Pflicht zum Ansparen in einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge für Unternehmen entfallen. Der entsprechende monatliche Betrag soll stattdessen sofort an die Mitarbeiter ausgezahlt werden.

Hatten noch Renzis Vorgänger Mario Monti und Enrico Letta das Sparen als Tugend gepriesen, so gilt nun unter Renzi das Gegenteil. Damit befindet er sich in einer illustren Runde mit anderen Genossen, wie Werner Faymann in Österreich oder dem französische Präsident François Hollande.

Sparen ist jetzt pfui, ordentliche Bürger sollten stattdessen konsumieren, was das Zeug hält. Vermutlich sollen nach dem Vorbild des Staates dazu auch private Schulden recht und billig sein. Wichtig ist nur, dass konsumiert wird. Schließlich geht es um nicht weniger als das Wohl der Gesellschaft.

 

Der Autor: Werner Becher ist erfolgreicher Unternehmer und Manager, hat als Ex-Bundesparteivorsitzender des Liberalen Forum (LIF) Einblick in die politischen Zusammenhänge. Als bekennender Neoliberaler wirft er in seinem Buch "Weicheier machen nicht satt – Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern" (Goldegg) einen kritischen Blick auf die Zustände in der Welt und zeigt offen sowie schonungslos auf, welche wirtschaftlichen Abgründe uns dadurch erwarten.

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