Quelle: ZAMG

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FrechDAX - die Wirtschaftskolumne

Der FrechDAX

R.I.P. Keynes - Teil 1

11.04.2014
Längst sind die Ursachen der Krise vergessen. Und die Krise scheint auch nicht enden zu wollen, erzählen uns täglich Politiker. Und wollen damit rechtfertigen, noch keine Reformen angehen zu können.

Mehr als fünf Jahre ist es mittlerweile her, dass die sogenannte „Finanzkrise“ im September 2008 ausgebrochen ist. Wobei schon alleine der Begriff „Finanzkrise“ nur einer ideologisch motivierten Meisterleistung in Sachen Public-Relations zu verdanken ist. In Wahrheit haben wir eine Krise auf Grund politischer Fehlentscheidungen und vorsätzlicher Markteingriffe erlebt.

Makroökonomen sind sich einig, dass als Ausgangspunkt der Krise die politische Idee der Clinton- und später der Bush-Regierung gesehen werden muss. Politisches Ziel war es, Eigenheime für alle Bürger fördern zu wollen.

Im Jahre 1992 verabschiedete die US-Regierung dazu den „Federal Housing Enterprises Financial Safety and Soundness Act“. Die zwei unter dem Einfluss des U.S. Department of Housing and Urban Development (HUD) stehenden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac wurden in diesem Gesetz angewiesen, verstärkt Geringverdienern den Zugang zu Hypothekenkrediten und damit zu einem Eigenheim zu öffnen. Um dies zu erreichen sollten die Institute Hypotheken von Schuldnern mit geringer Bonität von privaten Hypothekenbanken aufkaufen.

Trotzdem klagten danach aber noch immer viele Familien ohne Eigenheim darüber, kein Haus kaufen können, da ihnen die Anzahlungsrate zu hoch sei. Präsident George W. Bush brachte deshalb die „American Dream Down Payment Initiative“ ins Leben, das entsprechende Gesetz wurde im Jahr 2004 beschlossen. Ihm folgte nur kurze Zeit später der „Zero Downpayment Act 2004“, der die beiden staatlichen Hypothekenbanken verpflichtete, nun auch die Hypotheken jener neuen Hauseigentümer zu versichern, welche gar keine Anzahlung leisten können oder wollen.

Hypotheken-Boom in den USA

Dass ein derart politisch per Gesetz erzwungenes Pyramidenspiel unter kompletter Vernachlässigung des Bonitätsrisikos nicht ewig bestehen kann, bestätigte sich nur wenige Jahre später und riss hunderte Banken in den USA in eine Insolvenz.

Ja, in den USA dürfen und können Banken problemlos insolvent und deshalb abgewickelt werden, während bei uns in Österreich jede Provinzbank in Schieflage sofort von den verantwortlichen Lokalpolitikern als „systemrelevant“ bezeichnet wird. Die von Ihnen abhängigen Bundeparteichefs "retten" diese Provinzbank dann sofort in ihrer Funktion als Regierungsmitglieder mit Steuergeld. Den dummen Steuerzahlern tischt man dann auch noch auf, die Rettung wäre „alternativlos“, ohne den Schaden einer Insolvenz tatsächlich schlüssig quantifizieren und damit belegen zu können.

Was das alles mit dem Titel dieses Kommentars „R.I.P. Keynes" und damit mit John Maynard Keynes zu tun hat, erfahren sie im zweiten Teil dieses Artikels.

Der Autor: Werner Becher ist erfolgreicher Unternehmer und Manager, hat als Ex-Bundesparteivorsitzender des Liberalen Forum (LIF) Einblick in die politischen Zusammenhänge. Als bekennender Neoliberaler wirft er in seinem Buch "Weicheier machen nicht satt – Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern" (Goldegg) einen kritischen Blick auf die Zustände in der Welt und zeigt offen sowie schonungslos auf, welche wirtschaftlichen Abgründe uns dadurch erwarten.

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