Quelle: ZAMG

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FrechDAX - die Wirtschaftskolumne

Der FrechDAX

ORF-Anchorman Armin Wolf für Wirtschaftsnobelpreis nominiert

02.03.2014
Armin Wolf, Lieblingsnachrichtenvorleser der beiden Regierungsparteien, würde das nicht überraschen. So wie ja auch Eugen Freund sich in einer Liga mit Bill Clinton sieht.

Ende letzter Woche twitterte Armin Wolf: „Immer, wenn einer „Fiat-Geld“ schreibt, weiß man, jetzt folgt eine Verschwörungstheorie“. Von einem Quasi-Beamten des staatlichen Zwangsgebühren-Staatrundfunks, in dessen Selbstverständnis in alter K&K-Tradition, Beamte noch immer die Herrenmenschen eines Staates sind, mag das nicht überraschen. Der ORF wurde nach dem politischen Vorbild der russischen Prawda gegründet und obwohl vom großen Lenin bekanntlich als Zentralorgan der KPdSU gegründet, existiert sie nicht mehr – die Prawda wurde leider nach dem Ende der Sowjetunion eingestellt, weil dessen Inhalte niemanden mehr interessierten, als die Bürger plötzlich nicht mehr zwangsweise dafür zahlen mussten.

Dieser stramme Telepromptervorleser der österreichischen, terrestrischen Prawda, deren „Nachrichten“ bekanntlich die Mediensprecher der beiden Regierungsparteien nie vollkommen überraschen, weil diese durch sie nie ganz unbeeinflusst zu Stande kommen, meint also „Fiat-Money“ sei ein Terminus, den offenbar nur Obskuranten benutzen. Man könnte die Sache an dieser Stelle abkürzen und einfach auf Friedrich August von Hayek verweisen, einen im Unterschied zu Wolf tatsächlichen österreichischen Wirtschaftsnobelpreisträger, der sich mit den Problemen der Geldschöpfung und der „Neutralität des Geldes“ intensiv wissenschaftlich auseinandersetzte.

,,Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“ wird auch Henry Ford zitiert, der aber in Punkto Wissen und Erfahrung zu Wirtschaftsfragen vermutlich nicht die Kompetenz von Armin Wolf zugesprochen werden kann. Doch worum geht es bei „Fiat-Money“ wirklich. Kurz gesagt, wird mit diesem zugegeben sehr bildhaft formulierten Terminus, Kritik darüber zum Ausdruck gebracht, dass Zentralbanken so viel Papiergeld drucken dürfen, wie sie wollen. Additiv wird auch noch jeder gewöhnlichen Bank erlaubt, zusätzlich sogenanntes „Girageld“ durch Kreditvergabe in unserem sogenannten „Teilreservesystem“  zu produzieren. Das ein derartiges Geldsystem zur Aufblähung der Geldmenge führen muss, braucht wohl nicht extra erwähnt werden, dürfte aber immer noch für manche Bewohner staatlich geschützter Elfenbeintürme schwer zu akzeptieren sein. Mehr Geld führt automatisch dazu, dass dieses weniger Wert wird. Doch die Preise auf dem Markt steigen bei einer Ausweitung der Geldmenge nicht sofort und sie treffen nicht alle gleich. Eine privilegierte Schicht hat in der Praxis schneller Zugriff auf das „aus Luft“ entstandene neue, frisch geschöpfte Geld, weil sie es direkt von den Zentralbanken bezieht. Dazu zählen beispielsweise der Staat und die Banken. Wenn die Preise für normale Bürger und Sparer dann mit Verspätung unweigerlich steigen, weil das alte Geld weniger Wert geworden ist, werden sie regelrecht „enteignet“. Denn die Kaufkraft des Geldes schwindet schneller, als Lohn und Gehälter an die ebenfalls nicht gänzlich von politischer Manipulation freie sogenannte „offizielle Inflationsrate“ angepasst werden.

„Fiat-Money“ ist deshalb genau jene Geldpolitik, die Italien und andere südeuropäische Staaten viele Jahre mit bekanntem makroökonomischen Erfolg betrieben haben und auch Argentinien, Venezuela und Co mit dem Ergebnis einer Staatspleite „belohnt“ hat. Fiat-Money ist deshalb das Gegenteil von Hartwährungspolitik, mit der andere Länder bekanntlich in der Vergangenheit gar nicht so schlecht gefahren sind.

Vielleicht sollte Armin Wolf deshalb einmal mit ehemaligen österreichischen sozialistischen Finanzministern wie Hannes Androsch, Franz Vranitzky oder Ferdinand Lacina sprechen, die gesinnungsmäßig auf seiner Linie sein dürften, aber nicht alles, das gegen die aktuelle Wirtschafts- und Finanzpolitik der Regierung an Kritik vorgebracht wird, reflexartig als „Verschwörungstheorie“ abtun würden sondern sogar fachlich etwas von Geldpolitik verstehen dürften. Allerdings würde Herr Wolf dann leider ein paar „Gefällt mir“ von unbedarften Social-Network-Lemmingen weniger bekommen und das geht wohl gar nicht.

Der Autor: Werner Becher ist erfolgreicher Unternehmer und Manager, hat als Ex-Bundesparteivorsitzender des Liberalen Forum (LIF) Einblick in die politischen Zusammenhänge. Als bekennender Neoliberaler wirft er in seinem Buch "Weicheier machen nicht satt – Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern" (Goldegg) einen kritischen Blick auf die Zustände in der Welt und zeigt offen sowie schonungslos auf, welche wirtschaftlichen Abgründe uns dadurch erwarten.

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