Quelle: ZAMG

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FrechDAX - die Wirtschaftskolumne

Der FrechDAX

Hypo–Insolvenz: SOFORT!

21.02.2014
Aufforderung, die wirtschaftlich beste und nicht politisch opportunste Lösung zu wählen.

Täglich werdeHypo–Insolvenz: SOFORT!n die Stimmen mehr und lauter, die ein politisch motiviertes Weiterwurstel der Politik bezüglich der schwer angeschlagenen Hypo-Alpe-Adria Bank nach mittlerweile mehr als 4 Jahre nach deren Verstaatlichung nicht mehr akzeptieren. In einem bemerkenswerten Kommentar auf derstandard.at fordert der ehemalige Banken-Top-Manager Günter Kreuzhuber unmissverständlich: „Schickt die Hypo in die Insolvenz!“.

Seiner schlüssigen Argumentation, dass eine Insolvenz der Bank der beste Weg für die Hypo-Group und den österreichischen Steuerzahler wäre, weil ein Insolvenzverfahren die einzig geordnete und transparente Verfahrensmöglichkeit darstellt, ist nicht zu leugnen. Insolvenzverfahren basieren bekanntlich auf einem klar definierten rechtlichen Rahmen unter Aufsicht eines unabhängigen Richters mit einem fachlich kompetenten Masseverwalter und haben sich seit Jahrzehnten auch für alle Unternehmen in Schieflage bewährt. Sämtliche Vermögenswerte der Gesellschaft werden dabei nach sachlichen Gesichtspunkten (und nicht politischen!) bestmöglich verwertet und hohe Rechtssicherheit erreicht, was sich üblicherweise sehr positiv auf die erzielbaren Preise für die vorhandenen Aktiva auswirkt.

 

77% für Insolvenz

Wenig überraschendes brachte dazu auch eine Online-Umfrage von wirtschaftsblatt.at zu tage: 77% der wirtschaftlich vermutlich nicht vollkommen unbedarften Leser dieser Wirtschaftszeitung sprachen sich dabei für eine Insolvenz aus (Umfrage-Sample 1.646). Nur 10% bevorzugen die Klaus Liebscher angeführte Meinung und Empfehlung der Hypo-Task-Force für eine intransparente Bad-Bank-Variante.
So wie immer mehr Menschen mit wirtschaftlichem Hintergrund, teilt auch der Autor dieses Artikels die Meinung der Politik nicht, dass die Insolvenz einer verstaatlichten Bank dem „Ansehen des Finanzplatzes Österreich schaden könnte“. Insolvenzen sind in Marktwirtschaften nichts Außergewöhnliches sondern um es in den Worten der Politik zu sagen: „part of the game“. Weiteres Herumwursteln, der Versuch des Vertuschens, sowie nicht objektiv nachvollziehbare Prozesse und Geldflüsse schaden dem Finanz- und Wirtschaftsstandort Österreich hingegen jetzt schon und noch viel mehr, wenn nicht endlich rechtsstaatlich und wirtschaftlich professionell agiert wird.

Der entgegengesetzten Meinung und bisherigen Handlungen der der Politik kann man sich deshalb nur anschließen und fordert: Hypo-Insolvenz – SOFORT!

Autor: Werner Becher (relevant.at)

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