Quelle: ZAMG

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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

KardioCheck, Bewegungs- und Ernährungsanamnese

25.05.2011
Warum sich Hobbysportler nach längeren Pausen buchstäblich auf Herz und Nieren prüfen lassen sollten.

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


Um ein stimmiges Gesamtbild von Patienten zu erhalten, bedarf es einer kardiologischen Untersuchung. Dazu werden ein EKG, ein Herz-Ultraschall und eine Belastungsergometrie durchgeführt.

Ich möchte dabei nichts dem Zufall überlassen. Denn im Lauf der letzten Jahre behandelte ich bereits mehrere Fälle von Hobbysportlern (Marke "Habe jetzt jahrelang nichts gemacht und nun bringe ich meinen Körper wieder auf Vordermann"), die gröbere kardiologische Probleme hatten, ohne es zu wissen. Wenn nun so jemand - mit einem Trainingsplan ausgestattet - einfach drauflos Sport betreibt, kann es zu schwerwiegenden Folgekomplikationen kommen.


"Kardiologische Freigabe"

Welche Untersuchungen angebracht sind, bleibt dem einzelnen Arzt überlassen. Haben Sie schon längere Zeit wenig bis gar keinen Sport betrieben, so sollte in jedem Fall eine "kardiologische" Freigabe für das Bewegungsprogramm erfolgen.


Bewegungsanamnese

Neben den medizinischen Messgrößen benötigt der Arzt Informationen, wie der Alltag des Patienten abläuft. Wieviel bewegt er sich, in welcher Intensität und wie lange? Dazu erfolgt eine Bewegungsanamnese in Form eines Gesprächs. Ansatzpunkte für den späteren Bewegungsplan können hier bereits gefunden werden.


Ernährungsanamnese

Das Gegenstück zur Bewegungsanamnese bildet die Ernährungsanamnese. Diese kann wiederum in Form eines Gesprächs erfolgen, oder - falls notwendig - kann auch ein Ernährungsprotokoll über den Zeitraum von ein paar Tagen geführt werden. Dazu notiert der Patient alle Mahlzeiten in einem kleinen Buch. Diese Daten werden analysiert und hinsichtlich der Nahrungszusammensetzung (Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Vitamine) bzw. Energiemenge ausgewertet.

Mit dem vierten Baustein (die ersten drei Bausteine wurden in der letzten Sprechstunde erklärt) wurden nun alle individuellen Daten für ein erfolgreiches Programm erhoben. Nun geht es um die Umsetzung und das laufende Optimieren.


Mein Tipp für Sie

Wenn Sie schon lange mehr Zeit auf der Couch statt auf dem Laufband oder Fahrrad verbracht haben und nun wieder aktiv werden wollen, so haben Sie bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber Vorsicht: Man tendiert dazu, sich zu erinnern, wie sportlich man noch vor einigen Jahren war und setzt dann unmittelbar auf dem damaligen Level auf. Die Gefahr ist, dass man sich übernimmt, im schlimmsten Fall kann das mit einem Herzinfarkt enden. Wussten Sie zum Beispiel, dass 75 % der Todesfälle beim Schifahren in Österreich durch einen Herzinfarkt verursacht werden?


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