Quelle: ZAMG

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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

Wie gut kennen Sie Ihre Blutwerte?

18.05.2011
Das Blutbild sagt viel über die Gesundheit des Menschen aus. Auch beim Abnehmen sollte es daher berücksichtigt werden.

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


Als dritte Größe für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion gilt die Blutanalyse. Das Blut verrät sehr viel über den Zustand des Patienten. Für mich besonders interessant sind die Werte Cholesterin (Gesamt, HDL, LDL), Triglyceride und Blutzucker (HB1aC).


Cholesterin

Schauen wir uns zuerst den Cholesterinwert an: Cholesterin ist ein lebensnotwendiges Blutfett und wird einerseits durch den Köper selbst hergestellt, andererseits durch die Nahrung zugeführt. Der durchschnittliche Gesamtcholesterinspiegel wie auch die LDL- und HDL-Spiegel der gesunden Normalbevölkerung sind alters- und geschlechtsabhängig.

Generell nimmt der Gesamtcholesterinspiegel mit dem Alter deutlich zu. In der Regel ist er bei jungen Frauen etwas niedriger als bei jungen Männern. Mit zunehmendem Alter gleicht sich dieser Unterschied jedoch aus, und ältere Frauen haben schließlich im Mittel einen höheren Cholesterinspiegel als ältere Männer. Als Grenzwert für den Gesamtcholesterinwert wird 200 mg/dl angenommen.

Aus medizinischer Sicht ist ein deutlich erhöhter Cholesterinwert problematisch, da ab einem gewissen Grenzwert das Herzinfakt-, Ateriosklerose- oder Schlaganfall-Risiko stark ansteigt. Dabei ist nicht der Gesamtwert des Cholesterins so entscheidend, sondern das Verhältnis zwischen dem "guten" HDL und dem "schlechten" LDL (LDL/HDL).

Grundsätzlich lässt sich sagen: je niedriger das Verhältnis, desto besser; generell sollte der HDL-Wert gesteigert und der LDL-Wert gesenkt werden. Die dazu notwendigen Maßnahmen sind einerseits Ausdauerbewegung und eine Ernährungsveränderung.


Triglyzeride

Der nächste interessante Wert sind die Triglyzeride: Erhöhte Werte (über 150 mg pro dl bzw. 1,7 mmol pro l) weisen auf eine Fettstoffwechselstörung, Diabetes oder Übergewicht hin. Erhöhte Triglyzeridwerte stellen ein Risiko dar, da sie die Bildung von Thrombosen oder eine Arteriosklerose der Blutgefäße fördern können. Hohe Triglyzeridwerte sind ein sicherer Indikator für eine falsche (zu fettreiche) Ernährung. Durch ein gezieltes Interventionsprogramm können diese Werte sehr schnell in einen guten Bereich geführt werden.


HB1aC

Der HBA1C-Wert spiegelt den Blutzuckerspiegel der vorangegangenen vier bis sechs Wochen wider. Wenn der Blutzuckerspiegel in diesem Zeitraum dauerhaft erhöht war, so kommt es zu einer Glykosylierung ("Verzuckerung") des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese Glykosylierung ist unumkehrbar. Daher wird der HBA1C-Wert auch als "Blutzuckergedächtnis" bezeichnet.

Je höher und je länger der Blutzucker erhöht ist, umso mehr HBA1C wird gebildet. Die roten Blutkörperchen leben im Durchschnitt 120 Tage. Weil die Verzuckerung des Hämoglobins nicht rückgängig gemacht werden kann, sinkt der HBA1C-Wert erst nach Neubildung der roten Blutkörperchen und bei Normalisierung des Blutzuckerspiegels.


Mein Tipp für Sie

Ihre Blutwerte sollten Sie regelmäßig von ihrem Hausarzt kontrollieren lassen. Anhand der Werte können frühzeitig Probleme erkannt und entsprechende Maßnahmen gesetzt werden, bevor eine Krankheit oder ein größeres Gesundheitsproblem entstehen.


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