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Aus Schotter wird Stahl

12.05.2011
Fekter-Saga, Teil 2: Die Waffe ist nicht mehr auf die Schwächsten der Schwachen gerichtet.

Der Terminator ist im Teil 1 böse. Er hat eine Mission. Für diese Mission geht er über Leichen. Mutter und Kleinkind zu beseitigen, das ist sein Ziel.

Maria Fekter war als Innenministerin böse. Für die Mission, Migration ihrem Sinn für Ordnung und Gerechtigkeit zuzuführen, ging sie über Leid. Mutter oder Kleinkind – egal. Es wurde eingesperrt, außerlandesgebracht. Wenn es sein muss, mit bewaffneter Spezialeinheit, dafür ohne mit der Wimper zu zucken.

Im Teil 2 ist der Terminator gut. Umprogrammiert, die Feinde aus Teil 1 plötzlich zu beschützen, bekommt der gefühllose Cyborg eine väterliche Aura und wird zum Sympathieträger.

Als Finanzministerin ist Maria Fekter... – Nein, so weit lehne ich mich nicht raus. Aber ihre ersten Statements machen deutlich: Ihr wurde ein neuer Feind einprogrammiert. Nicht mehr Kind und Mutter, nicht mehr die Schwächsten der Schwachen, nein, sie hat einen großen Feind im Visier: den Staat. Konkreter: den Staat als Unternehmer.

Man muss nicht mit wehenden Fahnen wirtschaftsliberal sein, um keine Zweifel zu haben, dass der österreichische Staat enorm viel Geld fahrlässig verbrennt. Egal, ob er "Wirtschafts"-Betriebe zum Milliardengrab macht (ÖBB), oder ob unter seinem Management der Output in keiner Relation zum finanziellen Input steht (Bildungswesen).

Maria Fekters Fadenkreuz scheint eingeloggt zu sein. Ziel erfasst. Sind gar die Tage Geld verschwendender Apparate gezählt? In Teil 2 der Fekter-Saga ist das Individuum plötzlich schützenswert. Stahl-Mizzi bezeichnet das derzeitige Steuersystem als leistungsfeindlich, will keine Mehrbelastungen und sieht dafür strukturellen Reformbedarf.

Das alles kann leise, ganz leise Hoffnung machen: Die Waffe könnte in Position sein gegen Feind, endlich nicht mehr gegen Freund.

Übrigens: Nach Teil 1 des Terminators konnte sich kaum jemand vorstellen, dass für eine Fortsetzung eine kältere und noch mehr Angst einflößende Figur kreiert werden könnte. Dann kam T-1000. Dann kam Mikl-Leitner.

Sascha Bém ist Chefredakteur von relevant.at

sascha.bem[at]relevant.at

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