Quelle: ZAMG

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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

Ein Kilogramm ist leider nicht ein Kilogramm!

11.05.2011
Gewicht loszuwerden - das ist nicht schwer. Aber Fett abzubauen ist eine ganz andere Sache.

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


Man sagt so schnell: "Ich möchte noch bis zum Sommer ein paar Kilogramm abnehmen!" - Das geht ja auch sehr leicht: Essen und trinken Sie nichts und im Nu haben Sie ein paar Kilos verloren.

Aber Achtung: Ihre Radikaldiät hat nur Ihren Körper entwässert, und möglicherweise haben Sie ein paar Kilogramm Muskelmasse abgebaut. Denn Ihr Köper hat das Signal "Hungersnot" verstanden, Ihren Hauptmotor Grundumsatz gedrosselt und die Reserven wie Fett - aber vor allem Muskeln - abgebaut. Die Waage zeigt ein paar Kilogramm weniger. Aber: In ein paar Wochen werden Sie den verstärkten Jojo-Effekt schon wieder bereuen.


Abnehmen - aber mit Überlegung

Es geht nicht darum, Kilos zu verlieren, sondern darum, Ihre Körperzusammensetzung zu verändern: Weniger Fett und mehr Muskel - das muss Ihre Devise sein.

In meiner Praxis hatte ich schon junge Frauen mit einer tollen Figur; bei der Körperanalyse stellte sich allerdings heraus, dass der Körperfettanteil bei fast 40% lag! Eigentlich eine dramatische Situation: Die Patientinnen hatten durch diverse Diäten einen großen Teil Ihrer Muskeln verbraucht und gleichzeitig ihren Grundumsatz in den Keller gefahren. Das bedeutet: Wenn sich diese Frauen einfach nur normal ernähren, werden sie sofort zunehmen. Ihnen kann daher nur noch durch ein ganz gezieltes Aufbauprogramm - bestehend aus optimierter Ernährung und Bewegung -geholfen werden.


Ihr Feind, die Waage

Die Waage ist der Feind einer zum Ziel führenden Gewichtsreduktion. Es reicht, das Gewicht alle paar Wochen zu kontrollieren.

Viel wichtiger ist die Zusammensetzung Ihres Körpers, die mithilfe der Bioimpedanzmessung bestimmt werden kann. Das Verfahren macht sich die jeweils unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit von Knochen, Organen und Körperfett zunutze: Durch ihren Elektrolytanteil sind Körperflüssigkeiten ausgezeichnete Leiter für elektrischen Strom; Zellen wirken durch ihre Lipoproteinschicht in der Membran wie Kondensatoren, während Fett als Nichtleiter gilt.

Aus den gemessenen Widerständen (Resistanz, Reaktanz) wird unter Berücksichtigung der Größe, des Gewichts, des Geschlechts und des Alters die Körperzusammensetzung berechnet. Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen stoffwechselaktiver Masse, extrazellulärer Masse, Körperwasser und Körperfett zu erreichen. Wichtig ist dabei die regelmäßige Verlaufsmessung der Körperzusammensetzung während der gesamten Gewichtsreduktion.

Der Patient legt sich dabei hin und wird an vier Elektroden angeschlossen. Die Messung selbst dauert zwei Minuten und ist vollkommen schmerzfrei.


Mein Tipp für Sie

Vergessen Sie Ihre Waage. Die Waage ist ein schlechter Ratgeber. Denn: Muskel ist schwerer als Fett. Und: Sie wollen ja nicht Muskel durch Fett ersetzen, nur um Ihr Gewicht auf der Waage zu reduzieren!


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