Ganz Österreich liebt Kelly Kainz' kärntnerischen Dialekt mit britischem Einschlag. Bei der ORF-Tanzstunde "Dancing Stars", die sie immerhin schon zweimal gewann, bleibt sie immer höflich und zurückhaltend – geschimpft wird, wenn überhaupt, mit dem nicht immer mit Talent gesegneten Tanzpartner nur hinter den Kulissen. Very british eben.
Weshalb relevant Kelly Kainz anlässlich der Hochzeit von Kate und William zum Gespräch bat, um eine britische (und weibliche!) Sicht der Dinge einzuholen. Überraschend: Während Sänger James Cottriall seine Begeisterung nicht verbergen kann, übt sich Kainz in nobler Zurückhaltung.
relevant: Wirst Du am 29. April die Hochzeit verfolgen?
Kelly Kainz: Wir fahren am Freitag nach Wien für ein Radio-Interview – das heißt, ich werde nur am Nachmittag im Hotel etwas Zeit haben, die Hochzeit zu verfolgen, sofern meine kleine Tochter Grace da mitspielt. Am Abend ist wieder Dancing Stars angesagt.
Interessieren dich Storys über die Royal-Family?
Wir in England wachsen mit der königlichen Familie auf. Sie ist allgegenwärtig, vor allem auch in der britischen Boulevard-Presse. Hier in Österreich liest man wesentlich weniger über sie. Ich könnte mir aber nicht vorstellen, die Königsfamilie nicht zu haben. Ich glaube grundsätzlich, dass die Tatsache, dass wir sie haben, für uns Briten etwas Positives ist.
Waren in deiner Kindheit die Royals ein großes Thema?
In Liverpool, wo ich herkomme, beeinflusst die Königsfamilie natürlich nicht das Alltagsleben, aber wie schon erwähnt wachsen wir alle in gewisser Weise mit der Königsfamilie auf. Man kennt sie nicht wirklich, aber man kennt alle Geschichte und Einzelheiten. In meiner Kindheit gab's Straßenpartys, als Charles und Diana heirateten. Ich kann mich erinnern, dass Leute auf Holzbänken auf der Straße gesessen sind, überall waren Flaggen, und Leute haben Kuchen serviert.
"Alle feiern zusammen"
Welchen Stellenwert hat die Hochzeit von William und Kate für die Briten?
Es hat, glaube ich, insofern einen hohen Stellenwert, da nach Dianas Tod einer ihrer Söhne die Liebe seines Lebens gefunden hat und diese nun auch heiratet. Zudem ist er der potenzielle Thronfolger. In England gibt es zwar große Klassenunterschiede, jedoch zeigt sich bei solchen Anlässen immer, wie patriotisch die Insel ist. Alle kommen zusammen und feiern gemeinsam.
Was die Nachvollziehbarkeit betrifft, so muss man sagen, dass auch hier in Österreich seit Monaten darüber geschrieben und berichtet wird. Da müsste man sich eigentlich fragen, inwieweit DAS nachvollziehbar ist, da die britische Königsfamilie ja nichts mit Österreich zu tun hat, oder?
Wird Kate von den Briten akzeptiert? Ist sie vielleicht sogar die würdige Nachfolgerin Dianas?
Das Volk freut sich natürlich für die beiden. Wenn Dianas Sohn die Auswahl trifft, sind das natürlich die besten Voraussetzungen dafür, dass Kate auch vom Volk akzeptiert wird.
Was denkst Du persönlich über Kate? Hat sie Klasse oder ist sie nur langweilig?
Was habe ich zu melden? Klasse oder fad ... ich kenne sie nicht, und die Presse schreibt sowieso, was sich gut verkauft.
Wie findest Du den Style von Kate? Englands Tabloids ätzen, dieser sei zu bieder ...
Kates Style ist Kates Style!
"Britische Hüte - wie Dirndlkleid und Lederhosen"
Die britische Hut-Kultur bei solchen Anlässen ist ja immer wieder spektakulär. Was hat es damit auf sich?
Auch bei unserer Hochzeit, die in Kärnten stattfand, kamen die englischen Gäste behütet. Die Einheimischen dachten, die Queen würde kommen! Wir kaufen bei jedem neuen Anlass einen Kopfschmuck. Das ist so wie Dirndlkleid und Lederhosen in Österreich ...
Kates familiärer (und vor allem nicht blaublütiger!) Background hat im Vorfeld für Diskussionen gesorgt: der Onkel soll mit Drogen gedealt haben, ihr Bruder ist als Party-Tiger bekannt, der Mutter wird ein rüpelhaftes Benehmen nachgesagt. Passt Kate mit solch einer "bunten" Familie überhaupt zu den Royals?
Obwohl sie nicht "blaublütig" ist, kommt sie doch aus einer wohlhabenden Familie. Da kann man doch schon mal ein Auge zudrücken!?! Die Frage ist, ob das auch so bei einer Partnerin aus einer Arbeiterfamilie geduldet worden wäre. Was die Aufzählungen betrifft, so ist da nichts dabei, was die königliche Familie nicht auch schon gemacht hätte, oder?
Kate hatte bereits den Spitznamen "Waitie-Katie" bekommen, weil sie so lange auf Williams Antrag warten musste. Wie würde es dir in einer solchen Situation ergehen?
Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie – ich hätte wahrscheinlich ihn gefragt. ;-) Aber Spaß beiseite: Viele Paare warten lange, bevor sie eine Bindung eingehen, da ist doch nichts falsch daran!
Wenn man Dich gefragt hätte: Hättest Du gerne auf der Hochzeit getanzt?
... und dann sind wir schweißgebadet aufgewacht!
Interview: Manuel Simbürger

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