Quelle: ZAMG

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Der FrechDAX

ÖVP: Streithansl oder Weichei an die Spitze?

13.04.2011
Wie wird sich die ÖVP wohl morgen entscheiden?

Wird Maria Fekter neue Bundesparteichefin und Vizekanzlerin? Sie würde ihrem Gemüt folgend wohl eher nicht weiterhin nach Harmonie mit der SPÖ streben. Kuschelnd mit Werner Faymann kann ich mir sie nicht vorstellen. Die Koalition wäre mit ihr an der Spitze wohl bereits in wenigen Wochen Geschichte und uns Bürgern würden Neuwahlen ins Haus stehen.

Oder wird Michael Spindelegger zukünftig die ÖVP anführen? Für die SPÖ wäre dies sicher die bevorzugte Variante. Spindelegger scheut Konflikte und Konfrontationen wie der Teufel das Weihwasser und kann demnach als Seelenverwandter von Werner Faymann gesehen werden – auch optisch könnten die beiden glatt als Zwillingsbrüder durchgehen.

Und was bedeutet die morgige Entscheidung für uns Bürger? Nichts Gutes jedenfalls! Denn so wie viele niemals gedacht hätten, Alfred Gusenbauer jemals eine Träne nachzuweinen, wird auch der Abschied von Josef Pröll noch dem einen oder anderen von uns nasse Auge bescheren. Auch wenn Pröll alles andere als ein Experte in Finanzpolitik war und von mir oftmals kritisiert wurde (Bankenrettung, Griechenlandrettung, Euro-Regenschirm, ...), Spindelegger als Finanzminister wäre ein Albtraum für mich.

Die ÖVP würde mit Spindelegger als Bundesparteichef keine Konturen zeigen und somit die Themenführerschaft von der SPÖ keinesfalls zurückgewinnen.

Meiner Einschätzung nach wird die Wahl der ÖVP deshalb morgen (Mittwoch) auf Maria Fekter fallen. Die daraus resultierenden baldigen Neuwahlen könnten uns schneller als erwartet eine FPÖ/ÖVP-Koalition mit HC Strache als Bundeskanzler bringen. Wenn ich mir das so überlege, dann wäre mir der Albtraum Spindelegger als Finanzminister dann doch lieber ...


Der Autor: Werner Becher ist erfolgreicher Unternehmer und Manager, hat als Ex-Bundesparteivorsitzender des Liberalen Forum (LIF) Einblick in die politischen Zusammenhänge. Als bekennender Neoliberaler wirft er in seinem Buch "Weicheier machen nicht satt – Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern" (Goldegg) einen kritischen Blick auf die Zustände in der Welt und zeigt offen sowie schonungslos auf, welche wirtschaftlichen Abgründe uns dadurch erwarten.


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