Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Österreicher essen primär aus Genuss

23.10.2012 - 12:26
Essen für 92 Prozent "positives Lebensgefühl"© APA (Artinger)Essen für 92 Prozent "positives Lebensgefühl"

Nur zwei Prozent der Österreicher essen laut einer Umfrage von Oekonsult aus "biologischer Notwendigkeit". Im Land des Wiener Schnitzels, der Grammelknödeln, Kärntner Nudeln, Topfengolatschen und des Kaiserschmarrens geht es vielmehr um den Genuss: 92 Prozent der Befragten assoziieren Essen mit einem positiven Lebensgefühl, Freude und Lustgewinn; grundsätzlich gaben 96 Prozent an, gerne zu essen.

Eine Art "Wir-sind-Wir"-Mentalität zieht sich also offenbar durch die Küchen bzw. über die Gaumen der Österreicher: 86 Prozent der 1.213 im Auftrag der Landwirtschaftskammer bzw. des Agrarischen Informationszentrums befragten Personen gaben an, es sei "besser", Lebensmittel regionaler Herkunft zu beziehen, "denn da weiß man, was man hat". Die Regionen, aus denen das Essen stammt, das auf den Tellern der Österreicher landet, hätten einen hohen emotionalen Stellenwert. Nur zwei Prozent meinten, regionale Herkunftsnachweise beeindruckten sie nicht; für den Rest steht Regionalität vor allem für "Frische", "Echtheit", "Ursprünglichkeit".

Einen besondern starken Bezug zu Lebensmitteln aus ihrer Region haben laut Umfrage beispielsweise Steirer, Kärntner und Tiroler, während Wiener einen "flacheren Bezug" zu Produkten aus ihrer Stadt haben. Dadurch seien Erzeugnisse aus diesen Ländern aber wiederum für die Wiener besonders verlockend und markenfähig. Bundesländergrenzen verschwimmen aus Konsumentensicht aber teilweise - als Region wird auch erlebt, was landschaftlich und sozial als ähnlich angesehen wird.

85 Prozent der Befragten forderten eine bessere Kennzeichnung der Nahrungsmittel. Schwach informiert zeigten sich die Befragten zum Thema Bio: 60 Prozent gaben an, Bio müsse bedeuten, die Ware sei nicht nur biologisch produziert, sondern stamme auch aus der Region. Laut Studienautoren ein "fataler Irrtum", schließlich gebe es in Österreich beispielsweise Bio-Äpfel aus Argentinien, die rund 13.500 Kilometer zurücklegen, bevor sie in den heimischen Mägen landen.

(APA)

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