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125 Jahre Maggi-Flüssigwürze

30.12.2011 - 09:36
Maggi-Würze in ihren verschiedensten Formen© APA (http://presse.nestle.de)Maggi-Würze in ihren verschiedensten Formen

125 Jahre Maggi: Schon zu Zeiten des Reichskanzlers Otto von Bismarck wurde die braune Flüssigwürze im Südwesten Deutschlands produziert. An Geschmack und Funktion hat sich seitdem nichts geändert. So zählt Maggi zu den bekanntesten Marken bei den Deutschen - hat aber kleine Makel.

Maggi gehört zu Deutschland wie Tempo, Nivea, Mercedes Benz und das Wort Gemütlichkeit. Der orangegelbe Maggi-Schriftzug leuchtet noch heute über der Stadt Singen, direkt hinter dem Bahnhof - auch wenn das Werk seit 1947 im Nestlé-Besitz ist. 900 Mitarbeiter stellen auf dem ausgedehnten Fabrikgelände im Schichtbetrieb Tütensuppen, Soßen, Brühwürfel und Konserven wie Ravioli her. Und natürlich die bekannte Flüssigwürze. Allein davon verbrauchen die Deutschen im Schnitt 500 Gramm pro Jahr und Haushalt.

Als unentbehrlicher Helfer der Hausfrau wurde die Würze beworben, seit sie Julius Maggi 1886 in seinem Schweizer Heimatort Kemptthal erfunden hatte. Der Müller-Sohn hatte zunächst mit Gemüsemehl experimentiert und kochfertige Suppen entwickelt, die vor allem Fabrikarbeiter mit wenig Aufwand satt machen sollten. Als Reklamechef stellte er keinen Geringeren als den Dichter Frank Wedekind ein. Denn Maggi erkannte rasch, dass er seine Neuheiten publik machen musste.

Bereits im Mai 1887 eröffnete Maggi eine Niederlassung in Singen am Hohentwiel und begann mit Abfüllung und Versand von "Maggi's Suppenwürze" auf dem deutschen Markt. Singen war ein Eisenbahnknoten nahe der Schweizer Grenze, und der Standort in Deutschland verminderte die Zollkosten erheblich. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg arbeiteten bei der Maggi mehr als 4.300 Arbeiter und Angestellte.

Auch in der Nachkriegszeit war Maggi präsent. Zum Beispiel im Kinderzimmer - denn die Mini-Flasche in gelb-rot durfte eigentlich in keinem Kaufmannsladen fehlen. Oder im Restaurant: Die Standardgröße mit 250 Gramm stand in den 1960er Jahren auf nahezu jedem Tisch - ebenso griffbereit wie in der modernen Küche.

Geschmack und Funktion haben sich in 125 Jahren nicht geändert: Schmeckt die Suppe fad, helfen ein, zwei Spritzer der braunen Soße. Hauptbestandteil ist pflanzliches Eiweiß aus Weizen, das in einem Gärprozess - ähnlich dem Bierbrauen - in seine Bausteine, die Aminosäuren, aufgespalten wird. Dabei entsteht der charakteristische Geschmack der Würze.

Darin steckt zudem Glutamat, das in den letzten Jahren zunehmend in Verruf geraten ist und zum Beispiel Kopfschmerzen auslösen soll. "Aber in den Mengen, in denen es enthalten ist, hat es keinen negativen Effekt", sagt Wilfried Trah, Werkleiter in Singen. Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn erklärt, bei ausgewogener Ernährung seien keine negativen Folgen durch Glutamat zu erwarten.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt, Oliver Ehret, kennt die Produkte genau. Natürlich kommen sie auch in seiner Familie immer wieder auf den Tisch: "Die Würze brauchen wir relativ viel. Vor allem meine Tochter liebt sie, kein Ei ohne Maggi." Und natürlich kennt Ehret die sozialen Aspekte der Firmengeschichte: "Was hat Julius Maggi denn gemacht? Er war ein altruistischer Mensch, der gemerkt hat, dass es viele Menschen gab, die wenig verdienen und sich hochwertige Nahrung nicht leisten konnten."

Der Unternehmer Maggi hatte zudem schon 1900 eine Betriebskrankenkasse eingeführt, 1903 eine Fabrikkantine. Bereits 1907 wurden Arbeitsausschüsse gewählt, Vorläufer des heutigen Betriebsrates. Und den Maggi-Supermarkt am Eingang des Werkgeländes gibt es noch heute. Zum Sonderpreis können sich die Mitarbeiter dort mit Lebensmitteln eindecken - natürlich steht im Regal auch Maggi.

INFO: http://www.maggi.de

(APA/dpa)

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