Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Entlassung wegen 50 Gramm Zucker

29.04.2014 - 13:29
Ein Kellner möchte sich mit ein wenig Zucker seine selbst mitgebrachten Erdbeeren versüßen. Also nimmt er den Staubzucker des Restaurants. Das ist für den Chef des Nobelrestaurants Plachutta zuviel - der Kellner wird entlassen.
wegen Zucker für Erdbeeren entlassen© APA (dpa)wegen Zucker für Erdbeeren entlassen

Ein Kellner möchte seine selbst mitgebrachten Erdbeeren essen, hat aber vergessen Zucker von zu Hause mitzunehmen. Also verwendet er 50 Gramm Plachutta-Staubzucker um sich seine Erdbeeren zu versüßen. Das war zu viel für den Chef des Nobelrestaurants – er entließ den Kellner wegen der Entnahme des Staubzuckers.

Das Arbeitsgericht sagt nun, der Kellner wurde zu Unrecht entlassen. Die Entnahme von ca. 50 Gramm Zucker, ohne Zustimmung des Dienstgebers, ist kein Grund für eine Entlassung. Der Dienstgeber hätte ihn kündigen können, aber für eine fristlose Entlassung ist der Verstoß nicht gravierend genug, sagt das Arbeitsgericht.

Mario Plachutta sagt dazu in einer Aussendung: Es sei ihm nicht um den Warenwert gegangen, sondern um die Vorgangsweise des Kellners. Dieser sei ohne zu fragen ins Warenlager gegangen und habe dort den Staubzucker entnommen … Außerdem habe es sich um einen Slowaken gehandelt, der lediglich zu Arbeitszwecken temporär nach Österreich komme und seinen Lebensmittelpunkt in der Slowakei habe. "Es verwundert uns, dass gerade diese Interessensvertretung, die dieses System so anprangert, jene Leute und deren massives Fehlverhalten unterstützt", sagt Mario Plachutta in der Aussendung.

Laut AK ist dies nicht der einzige Fall – auch Lachen bei der Arbeit kann bei Plachutta zu einem Rauswurf führen. Ein Mitarbeiter habe dem Chef zu viel gelacht und sei mit den Worten "Raus, auf Wiederschauen" hinausgeworfen worden. Pachutta behauptete der Mitarbeiter sei selbst gegangen, als sich dieser über das Vorgehen beschwerte. Die Sache ging vor Gericht – dort hat der Arbeitnehmer dann Recht bekommen.

In den Restaurants von Plachutta habe es bereits weitere Fälle gegeben, mit denen sich die Arbeitsrechtsexperten beschäftigen. Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske forderte mehr Respekt gegenüber den Mitarbeitern.

 

 (relevant Redaktion)

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