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Wiener Kaffeehauskultur - ein immaterielles Kulturerbe der UNESCO

12.12.2013 - 16:21
Was im 17. Jahrhundert in einem Wohnhaus begann, hat heute mehr als 2000 "Outlets" in Wien.

Die Wiener Kaffeekultur mit ihren zahlreichen Verführungen ist aus dem österreichischen Lifestyle nicht wegzudenken. Ähnlich wie die süßen Delikatessen der Wiener Küche gehören Kaffeespezialitäten - wie der kleine Kapuziner, der Franziskaner oder die Melange - zu den klassischen kulinarischen Hochgenüssen. Kaffee-Gourmets aus aller Welt lieben die österreichische Kaffeevielfalt. Zurecht. Zusammen mit Italien und Frankreich bietet Österreich eine besonders ausgeprägte Kaffeekultur. Und das schon seit 1685.

Den Grundstein der Wiener Kaffeekultur legte der Armenier Johnnes Theodat. Er eröffnete in seinem Wohnhaus am Haarmarkt am 17. Januar 1685 das erste Kaffeehaus in Wien. Der stilvolle Kaffeegenuss etablierte sich bereits Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem festen Bestandteil der Wiener Kultur. Wie heute traf man sich zu den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Aktionen in den Kaffeehäusern: Es wurde Karten oder Billard gespielt oder einfach miteinander geplaudert. Intellektuelle zogen sich zum Lesen, Autoren und Journalisten zum Schreiben in die Kaffeehäuser zurück.

So soll zum Beispiel die satirische Zeitschrift "Die Fackel" in einem der Wiener Kaffeehäuser entstanden sein. Ihr Autor und Herausgeber Karl Kraus wollte mit seinen Publikationen gegen die Verwahrlosung der deutschen Sprache vorgehen.


Vom Intellektuellentreff zum Massenphänomen

Aber nicht nur er wusste der Muse in den Wiener Kaffeehäusern zu frönen. Autoren wie Friedrich Torberg, Egon Erwin Kirsch sowie Arthur Schnitzler und Alfred Polgar haben die literarische Vergangenheit der Kaffeehäuser geprägt.

Die Wiener Kaffeekultur gewann auch unter der breiten Bevölkerung immer mehr an Bedeutung. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es schon 150 Kaffeehäuser in Wien. Keine 100 Jahre später waren es schon 600 solcher Treffpunkte.

Bis heute gibt es alleine in Wien über 1100 Cafés und knapp 1000 Espresso-Bars sowie über 200 Konditoreien mit integriertem Café. Seit 2011 gehört die Wiener Kaffeehauskultur zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO (siehe hier).

Feiertagstipp: Das österreichische Kaffeeflair kann man sich dann auch recht einfach nach Hause holen. Mit geeigneten Kaffeesorten (wie beispielsweise von diesem Anbieter) lassen sich recht einfach typische Spezialitäten wie Kaffee Verkehrt oder Einspänner zubereiten.

ag/red

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