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Valentinsgrüße im Topf

26.01.2012 - 14:50
Eine tief verwurzelte Liebe© APA (dpa/Kai Remmers)Eine tief verwurzelte Liebe

Eine rote Rose steht für die Liebe. Verschenkt wird sie am Valentinstag aber meist abgeschnitten und mit nur noch ein paar Tagen Lebenszeit in sich. Romantisch ist diese Geste eigentlich nicht. Warum daher nicht was Lebendiges mit Wurzel und Lebenskraft schenken?

Zum Valentinstag sind Sträuße oder einzelne Rosen natürlich der klare Renner unter den Liebesgrüßen. Doch es gibt auch blumige Alternativen mit Wurzel und einer Zukunft, wenn andere Pflanzen schon längst verblüht sind. "Im Vergleich zu Schnittblumen sind sie am Valentinstag zwar nur ein Randsortiment", sagt Hans-Jürgen Weese vom Bundesverband der Einzelhandelsgärtner in Berlin. "Aber sie haben einen entscheidenden Vorteil: Sie machen deutlich länger Freude."

Unter den blühenden Topfpflanzen bieten sich vor allem die frühblühenden Zwiebelgewächse an. Das liegt zum einen daran, dass für viele von ihnen jetzt ohnehin die Saison beginnt. Zum anderen strahlen sie mit ihrer Farbenvielfalt Fröhlichkeit und Lebendigkeit aus. Gemeinsam ist allen Frühblühern im Topf: Sind sie verblüht, können sie ins Freiland gesetzt werden - als Liebesbeweise mit andauerndem Erinnerungswert.

Ganz oben auf der Liste der Floristen findet sich die Tulpe. "Sie steht wie keine andere Blume für den Frühlingsanfang, für Leben und Fruchtbarkeit", erklärt Nicola Fink vom Fachverband der Floristen (FDF) in Gelsenkirchen. "Im Orient wurde sie bereits im Mittelalter als besonders kostbare Blume geschätzt." Einfach oder gefüllt, gefranst oder mehrblütig - die erhabenen Blütenkelche gibt es in zahlreichen Formen, uni- oder mehrfarbig.

Ähnlich vielseitig und farbenfroh ist die Primel. Ob als winterhartes Gewächs oder als Becherprimel fürs Zimmer besticht sie durch ihre Leuchtkraft. Tausendschön und Narzissen, Perlhyazinthen und Krokusse, Schneeglanz, Winterlinge und elegante Iris erweitern die Auswahl unter den Frühblühern.

Einzeln im Topf machen die Zwiebelgewächse nicht wirklich viel her. Doch in einem größeren Gefäß oder in einer Pflanzschale lassen sie sich vielfältig gestalten, wunderbar untereinander kombinieren und in Szene setzen - vom Floristen oder, bei rechtzeitiger Planung, auch vom Hobbygärtner selbst. "Gerne werden sie mit naturhaften Accessoires wie Herzen aus Moos, Seide, Filz oder Holz dekoriert", sagt Fink. Hübsche Begleiter seien auch Schmetterlingsfiguren oder Glücksbringer wie Pilze oder Marienkäfer. "Die kreative Verarbeitung in einem blühenden Arrangement vermittelt dem Beschenkten 'Da steckt viel Liebe drin'", findet Fink.

Rot ist die Farbe der Liebe. Im Frühblüher-Arrangement geht es aber meist bunter zu: Sonnig gelbe und intensive orange Blüten versprühen Herzenswärme und Energie oder helle Pastelltöne signalisieren zarte Gefühle. Und das satte Grün eines Moosbettes oder einer Efeuranke ist die Farbe des Lebens und der Fruchtbarkeit. Aber es gibt auch Zwiebelgewächse in den unterschiedlichsten Rottönen, vor allem Tulpen.

"Im Februar sind die ersten Begonien und Hortensien zu haben", erweitert Gärtnermeister Weese die Palette schöner Liebesgrüße im Topf. Auch zartes Tausendschön, exotische Azaleen und natürlich die prunkvolle Amaryllis sind begehrte Liebessignale. "Besonders exklusiv und wertvoll sind Orchideen", findet Fink.

Auch das florale Symbol der Liebe, die Rose, ist rechtzeitig zum Valentinstag als Topfpflanze im Handel - im Mini-Format und aus dem Gewächshaus. Nur: "Eine Rose blüht nicht typischerweise im Februar. Wenn sie jetzt blühend gekauft wird, kommt sie aus dem Ausland, oder sie wurde belichtet, oder sie wurde mit Dünger vollgepumpt", sagt Jan Janßen vom Vierländer Rosenhof in Hamburg. "Entsprechend kurz ist dann das Vergnügen."

So lange wie Schnittrosen hielten allerdings auch die kleinen Topflinge durch, und sie seien preisgünstiger. Und es ist laut Gärtnermeister Weese zumindest einen Versuch wert, die Pflanze später in den Garten zu pflanzen. "Dazu wird Verblühtes regelmäßig rausgeschnitten und die Pflanze ab etwa April langsam an die Freilandtemperaturen gewöhnt", erläutert er.

Das Rosengeschenk, das zur Jahreszeit passt, ist eine Containerrose mit kahlen Trieben. Ein solches Präsent ist zwar auf den ersten Blick alles andere als dekorativ, aber es kann natürlich herausgeputzt werden - sei es mit Schleifen oder Blüten aus Krepppapier oder auch einer Girlande aus Samtherzen, schlägt Weese vor. "Eine solche Containerrose kann ich auf jeden Fall im Garten einpflanzen und dann beobachten, wie sie sich verändert, wie sie austreibt, Knospen und Blüten bildet", sagt der Rosenexperte Janßen. Dieses nicht vorgetriebene und gepushte Gehölz ist ein lebendiges Zeichen andauernder Liebe.

Beim Kauf auf noch ungeöffnete Knospen achten

Damit man möglichst lange etwas von blühenden Topfpflanzen im zeitigen Frühjahr hat, sollte man beim Kauf auf folgendes achten: "Die ersten Blüten sollten geöffnet sein, gleichzeitig müssen noch ausreichend Knospen vorhanden sein", rät Hans Jürgen Weese vom Bundesverband der Einzelhandelsgärtner in Berlin. Damit sich die jetzt noch ungeöffneten Knospen bald öffnen, brauche die Pflanze volles Licht. Ein Standort direkt am Fenster sei ideal, gerade für kleine Topfrosen.

(APA/dpa)

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