Quelle: ZAMG

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Hochbeete richtig anlegen

23.08.2010 - 11:14
Holz, Kunststoff, Stein oder Metall für die Wände© APA (STIMA-Hochbeet/Manfred Stiebler/dpa/tmn)Holz, Kunststoff, Stein oder Metall für die Wände

Die Ernte kommt früher und die Saison dauert länger: Das sind die Vorteile von Hochbeeten. Sie sind aufgrund ihrer Lage viel wärmer als der Boden. Außerdem schonen sie den Rücken des Gärtners, weil er sich nicht so oft bücken muss. Und Schnecken kommen nicht so einfach an junges Gemüse heran.

In Nutz- und Kleingärten sind Hochbeete verbreitet, aber auch im privaten Hausgarten finden sie immer häufiger einen Platz. "Im Frühjahr ist die Temperatur im Hochbeet bis zu zehn Grad höher als am Boden. Das verfrüht die Ernte und verlängert die Saison", sagt der Gärtner Manfred Stiebler, der sich auf den Bau von Hochbeeten spezialisiert hat. Außerdem lässt sich das Substrat gezielt auswählen, was die Pflanzenvielfalt erhöht.

Wo das Hochbeet platziert wird, richtet sich danach, welche Pflanzen später darin wachsen sollen. Die Maße des Beetes müssen an den Gärtner angepasst sein. "Damit man mit den Händen auch die Mitte des Beetes gut erreichen kann, sollte die Schmalseite des Beetes 1,20 bis 1,30 Meter nicht überschreiten", rät Angelika Feiner vom Landesverband Bayerischer Kleingärtner in München.

Die Höhe des Beetes richtet sich nach der Beinlänge. "Der obere Rand sollte auf Höhe des Beckenkamms, also etwa zwischen 85 und 100 Zentimetern, liegen", sagt Brigitte Kleinod, Biologin und Gartenplanerin aus Waldems im Taunus. Einzig die Länge des Beetes kann unabhängig vom Gärtner festgelegt werden.

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist meist ein kastenförmiges Gebilde. In Nord-Süd-Richtung angelegt nutzt es das Sonnenlicht optimal aus. "Sehr hilfreich ist eine 40 bis 60 Zentimeter breite Einfassung aus Kies, Schotter oder Hackschnitzeln rund um das Hochbeet. Erst dann sollte die Rasenkante folgt", sagt Stiebler.

Zur Konstruktion der Hochbeetwände kommen verschiedene Baumaterialien in Frage. "Für den Eigenbau werden üblicherweise vier stabile Eckpfosten auf der Außenseite mit dicken Bohlen, Rundhölzern oder starken Brettern beplankt", erläutert Feiner. "Darüber hinaus gibt es Bausätze aus Holz oder Kunststoff, Stein oder Metall." Auch Schnecken werden dadurch abgehalten.

Holz macht sich besonders gut im Bauerngarten. Je witterungs- und fäulnisbeständiger es ist, umso länger hat man Freude am Hochbeet: Eiche, Robinie, Lärche oder Douglasie sind daher besser geeignet als Fichte oder Kiefer. "Wenn Holz oder ein fugenbildendes Material verwendet wird, muss der Kasten von innen mit Teichfolie ausgekleidet werden, sonst trocknet die Erde zu schnell aus. Außerdem hat feuchtes Holz keine wärmedämmende Wirkung mehr", erklärt Kleinod.

Auf den Boden der Beetkonstruktion kommt ein feinmaschiges Drahtgeflecht zum Schutz gegen Kleintiere wie Wühlmäuse. Dann wird der Kasten befüllt. Bei naturnahen Gärtnern ist die Philosophie weit verbreitet, verrottbares Material zu schichten: "Zu unterst kommt grober, dann feiner Gehölzschnitt, darauf eine Schicht Laub, dann Staudenschnitt von den Herbstbeeten sowie grober Kompost", so Feiner. "Die oberste Schicht schließlich besteht aus feinem Kompost, der mit Gartenerde vermischt ist." Jede Schicht ist 20 bis 30 Zentimeter tief. Die oberste Schicht ist so tief wie die Wurzeln der Pflanzen.

Zu den Kritikern dieser Methode gehört Kleinod: "Das verrottende Material sackt sehr schnell zusammen", sagt sie. "Das lässt sich nur durch häufiges Auffüllen ausgleichen." Bei einjährigen Pflanzen mag das gehen, bei mehrjährigen wohl kaum. Kleinod schwört deshalb darauf, die Basis des Hochbeetes aus einer Drainageschicht zu konstruieren, die nicht zusammensackt.

(APA/dpa)

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