Sie haben etwas Beruhigendes und sind häufig wunderschön anzusehen: Fische in Aquarien. Wer sich aber überstürzt ein Becken sowie Tiere und Pflanzen dafür kauft, könnte aus Unwissenheit etliche Fehler machen. Denn beim Kauf des Aquariums, bei der Ausstattung und Auswahl der Fische ist einiges zu beachten.
"Zuerst muss man sich informieren, welche Ausrüstung für welche Fische notwendig ist", sagt Bernd Silbermann vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF). Der Hobby-Aquarianer Dirk Friebe aus Offenbach sieht das ähnlich: "Man muss sich erst in einen Fisch verlieben und danach alles andere ausrichten." Denn die Ansprüche an die Ausstattung des Beckens können sich von Art zu Art deutlich unterscheiden.
Für Anfänger eignen sich die "Lebendgebärenden", rät Jan Wolter, Tierarzt aus Berlin. Dazu gehören Guppys, Platys oder Mollys. "Sie sind relativ anspruchslos und eher problemlos zu halten." Viele von ihnen sind bunt, und sie schwimmen munter durchs Becken - schön zum Beobachten. "Außerdem ernähren sie sich meist von Trockenfutter, sind bei der Temperatur sehr tolerant und können daher bei 22 bis 28 Grad gehalten werden." Hinzu komme, dass sie sich recht schnell vermehren, so dass der Halter immer wieder junge Fische beobachten kann. Allerdings seien die Lebendgebärenden inzwischen so beliebt, dass sie häufig überzüchtet seien, hat Jan Wolter beobachtet, der auch Landesvorsitzender des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte in Berlin ist. "Daher sollte man sich die Tiere beim Kauf genau ansehen und beobachten, ob sie munter sind."
Ein paar grundlegende Anschaffungen stehen bei jedem Neu-Aquarianer an. Das geht - logisch - mit den Becken los. "Es gibt sie aus Glas und aus Plastik", sagt Dirk Friebe. Auch wenn Letztere meist etwas billiger seien, entscheiden Einsteiger sich besser für ein Glasaquarium, rät der Experte, der seit rund 16 Jahren Fische hat. "Plastik verkratzt schneller und wird stumpf, das passiert beim Glas nicht so schnell."
Auch auf die Größe kommt es an. "Sogenannte Anfänger-Aquarien von 60 Zentimetern Länge sind nicht ideal", sagt Silbermann. Denn dabei seien die Möglichkeiten der Dekoration, vor allem aber der Lebensraum arg begrenzt. "Ein Anfänger-Aquarium kann nie zu groß sein. Für die Fische ist es immer zu klein, zumindest kleiner als in der Natur." Daher sei es am besten, sich für etwa 6 bis 30 Tiere ein mindestens 80 Zentimeter langes Becken anzuschaffen.
Bei der Einrichtung liegen Aquarianer in vielen Fällen mit Kies, Pflanzen und Versteckmöglichkeiten für die Fische richtig. "Einige Arten mögen ein bepflanztes Aquarium", sagt Dirk Friebe. "Andere Fische dagegen mögen Rückzugsorte, die man ihnen zum Beispiel mit Schneckenhäusern zur Verfügung stellen kann."
Zur technischen Ausstattung muss eine Pumpe mit Filter zählen. "Sie wälzt das Wasser um und filtert es", erläutert Friebe. Manche Varianten lassen sich ins Becken hängen, was den Tieren aber Platz wegnimmt. Andere ziehen das Wasser nach außen und filtern es dort. "Je größer so ein Filter, desto besser ist es meist", erklärt der Experte. "Denn dann ist auch die Filterfläche größer, an der mehr Bakterien sitzen, die die Schadstoffe umwandeln können."
Ist das Aquarium eingerichtet, ausreichend mit Wasser gefüllt und an das Filtersystem angeschlossen, braucht der Besitzer erst einmal Geduld. Denn er darf die Fische nicht sofort einsetzen: "Zunächst herrscht im Aquarium eine künstliche Atmosphäre", erklärt Silbermann. "Vor allem aber entsteht im Wasser in den ersten Wochen Nitrit, das für Fische giftig ist."
Nach dem "Animpfen" mit handelsüblichen Bakterien gilt es, den Bakterien im Filter zwei bis drei Wochen Zeit zu lassen, so dass sie sich vermehren und das Nitrit umwandeln können. "Entweder kauft man sich ein Testset und prüft die Wasserqualität selbst. Oder man bringt ein bisschen Wasser mit ins Fachgeschäft und lässt es dort testen." Gibt es dann Grünes Licht, steht der Unterwasserwelt im Wohnzimmer nichts mehr entgegen.
(APA/dpa)

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