Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Immobilientrend: Dezentrale Objekte oder neue Projekte

29.10.2015 - 17:45
Immobilienkäufer reagieren auf die steigenden Preise in den Ballungsräumen. Um den angespannten Markt etwa in Wien zu entlasten, werden neue Lebensräume geschaffen.

Wer zu Jahresbeginn nach einem Einfamilienhaus Ausschau hielt, war arm dran. Die Aussichten konnten als äußerst düster bezeichnet werden. Die Preise in und nahe den Ballungszentren stiegen stetig an; wer über nicht benötigtes Eigentum verfügte, vermietete oft lieber, statt an einen endgültigen Verkauf zu denken. Nicht nur an "Gebraucht-Immobilien", sondern auch an Grundstücken fehlte es. Währenddessen standen klassische, kostspielige Wohnungen frei, wie beispielsweise im 1. Wiener Gemeindebezirk, wo man Quadratmeterpreise von bis zu 30.000 Euro verzeichnet.

 Auf hohem Niveau bewegten sich neu errichtete Wohnungen etwa auch in Graz, während auf dem Land die Nachfrage nach Einfamilienhäusern abnahm. In Kärnten standen viele fertiggestellte Wohnbauten leer; trotzdem stiegen die Preise dort leicht an. Innsbruck und Kitzbühel hatten sich die Topplätze der teuersten Immobilienflecken der Republik erobert, es zeichnete sich eine weitere Steigerung um zwei bis drei Prozent ab. Vorarlberg zeigte sich stabil, wenn auch auf hohem Niveau – es gab kaum günstige Mietwohnungen. Salzburg hingegen bot da mehr Auswahl, bei ebenfalls stabilen Preisen in jedem Segment und jeder Region. Wenig Neues erwartete man auch in Oberösterreich, wo in Linz die Kosten für Immobilieneigentum leicht im Steigen waren und am Land im Sinken. Dasselbe galt für Niederösterreich und das Burgenland. In beiden Bundesländern boomten allerdings die größeren Bezirksstädte, vor allem jene, die nahe an Wien und an den S-Bahn-Linien liegen.

 

Entspannung im Sommer

Im Juli gab es zumindest insofern Entwarnung, als Experten keine Immobilienblase ausmachen konnten. Sie empfahlen den Kauf in Sankt Pölten und Eisenstadt und das Mieten in Wien und Salzburg. In Innsbruck hatte sich die Situation leicht entspannt, in Wien hingegen preislich weiter nach oben orientiert. Trotzdem waren in Innsbruck und Salzburg die durchschnittlichen Quadratmeter-Preise sogar noch über dem Niveau von Wien.

 Im September manifestierten sich die ersten Konsequenzen dieser Entwicklung: Immobilienbarometer melden seither, dass es nun verstärkt Nachfrage für kleinere Wohneinheiten gäbe. Auch Anleger achten verstärkt auf die Größe des Objekts. 20 Prozent verschieben den Kauf einer Immobilie überhaupt auf einen späteren Zeitpunkt, in der Hoffnung auf sinkende Preise.

Wer investiert, denkt verstärkt darüber nach, ob er weiterhin sorglos in Urlaub fahren oder ein Auto kaufen kann. Aber die Hälfte glaubt, sich nicht einschränken zu müssen, nur weil man jetzt in den eigenen vier Wänden wohnt. Allerdings wurden die Interessenten flexibler bei der Lage der Objekte, um die Investitionen einigermaßen im Rahmen halten zu können.

 

Spektakuläre Stadtentwicklungsprojekte

Aufrecht bleibt aber die Tatsache, dass gerade in Ballungsräumen neue Lebensräume geschaffen werden müssen. So etwa bei dem Aufsehen erregenden Projekt "Viertel Zwei": Es liegt direkt am Prater bei gleichzeitiger Anbindung an eine eigene U-Bahn-Station – perfekt für alle, die zentral wohnen und trotzdem die Natur genießen möchten. Schon heute leben und arbeiten dort mehr als 4.000 Menschen in 26 Unternehmen, wohnen in 78 Wohnungen, 250 Hotelzimmern, und erfreuen sich am 5.000 Quadratmeter großen See und den Grünflächen. Die Kombination von Wohnen und Arbeiten gefällt – im Bürogebäude DENK DREI, das aus drei Baukörpern besteht, werden von der BAR alleine 21.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet.

Innovative Energieversorgungstechniken wie Erdwärme, Solar und Abwärme kommen zum Einsatz. Außerdem ist der Lebensraum "Viertel Zwei" autofrei bei ausreichend unterirdischen Abstellplätzen und geplanten Alternativen wie Carsharing und Fahrrädern.

Etwas kleiner ist das Projekt "Cumberland-Welle" im 14. Wiener Gemeindebezirk. Die 50 Wohnungen sind gegen Süden orientiert, Fußgängerstege sowie die Kennedybrücke verbinden das Gebäude über den Wienfluss mit dem Zentrum von Hietzing. Hier finden sich Geschäfte, Gastronomiebetriebe und der Schönbrunner Schlosspark als Naherholungsgebiet.. Zudem ist die Gegend sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen; die Fertigstellung im Sommer 2016 vorgesehen.

Links:
Immobilienbarometer Q3
Immobilienreport 2016 – Zukunftsinstitut
Projekt Cumberland-Welle
Projekt Viertel Zwei
Projekt DENK DREI


red/ag

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