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Smart Home – so sehen die Häuser der Zukunft aus

04.07.2014 - 20:47
Intelligentes Wohnen findet zunehmend Einzug in immer mehr Haushalte. Es ermöglicht neben einer verbesserten Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden vor allem mehr freie Zeit.
© Wikimedia.commons.org Kauk0r

Wer ein neues Haus kauft oder baut, der muss sich um viel Organisatorisches kümmern. 2013 wurde laut Statistik Austria in Österreich der Bau von 59.491 neuen Wohnungen und 17.876 Wohngebäuden bewilligt. Insgesamt gibt es bereits über 4,5 Millionen Wohnungen und 2,1 Millionen Gebäude im Land. Der Markt entwickelt sich ständig weiter und die Anforderungen für Ingenieure, Architekten und Handwerker steigen an.

 Nicht nur die Lebenswelten sind mehr und mehr vernetzt, auch auf der Arbeit gehören neue Technologien, das Internet und weitere Kommunikationswege unmittelbar dazu. Ob Altbau oder Neubau, viele Österreicher entscheiden nach eigenen Vorlieben und blicken dabei oft auf die zukünftigen Bedingungen. Durch steigende Preise für Gas, Wasser und Strom haben sich nachhaltige Bauweisen und nachträgliche Dämmungen oder Renovierungen beliebt gemacht. Versandhändler wie Universal.at liefern beispielsweise Möbel und weitere Einrichtungsgegenstände mit nachhaltiger Verarbeitung oder hoher Energieeffizienz. Auch Textilien mit Ökolabel oder umweltschonenden Logistiksystemen sind immer verstärkter gefragt.

Das Projekt Smart Home gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Wie Wohnungs- und Hausbesitzer ihre Einrichtung verändern können und so viele Abläufe fernsteuern, ist gar nicht so kompliziert.

1. Steuerung per Tablet oder Smartphone
Das Konzept des intelligenten Hauses basiert darauf, dass alle Vorgänge über die Fernsteuerung zu kontrollieren sind. Dafür benötigt es am Anfang eine Zentrale, die alle Befehle und Vorgänge speichert. Je nach Aufwand und Möglichkeiten sind folgende Bereiche kontrollierbar:

- Thermostat (Fußboden, Heizung, Raum)
- Lichtschalter
- Rauchmelder
- Alarmanlage
- Bewegungsmelder
- Funkrouter
- Stromzähler
- Tür- und Fenster (Rollläden, Sensoren, Markisen)
- Steckdosen

In einigen Fällen ist das Smart Home durch das Montieren von Thermostaten und Funktionssteckdosen relativ einfach einzuführen. Dafür muss der Hausbesitzer nicht die gesamte Einrichtung verändern und kann alles so einrichten, wie bisher gewünscht.

Das Internet hat eine tragende Funktion in viele Lebensbereiche erhalten. Ob Möbel, Einrichtungsgegenstände oder Unterhaltung, das Netz ist immer mehr mit dem eigenen Leben verbunden. Deshalb funktioniert das Smart Home per Funksteuerung und integriert sich in das bestehende Haushaltssystem.

2. Intelligente Steckdosen und Heizungen
Der Stromverbrauch ist in vielen Fällen höher, als er eigentlich sein müsste. Über moderne Geräte, können Österreicher jetzt bereits einige Kosten sparen. Das Umweltbundesamt schreibt, dass seit 1990 der Energieverbrauch des Landes um 39 Prozent gestiegen ist. Private Haushalte steuern 18 Prozent des Gesamtverbrauches bei. 

Im intelligenten Haus sorgt die Fernsteuerung dafür, dass beim Beenden des Waschvorgangs, die Stromzufuhr aufhört oder durch eine Kombination mit Bewegungsmeldern das Licht in ungenutzten Räumen ausgeht. Die intelligenten Steckdosen steckt der Hausbesitzer einfach in bestehende Dosen hinein, fertig ist die Installation. Über Funk oder W-LAN verbinden diese sich mit der Zentrale und kommen so in eine geordnete Übersicht.

Ähnlich verhält es sich mit den Thermostaten. Dafür muss der Hausbesitzer den bestehenden Thermostataufsatz abnehmen und den intelligenten darauf setzen. Meist ist dies in wenigen Handgriffen zu realisieren.

Nach der Verbindung zur Zentrale kann der Benutzer Zeitschaltuhren einrichten und im Prinzip ganze Profile für einzelne Räume erstellen. Bei einer Koppelung der Systeme mit dem Smartphone der Bewohner kann die Zentrale feststellen, ob niemand mehr im Haus ist und so die Temperatur herunterfahren. Bei besonderen Bedingungen kann das Programm auch das aktuelle Wetter berücksichtigen.

Ein weiterer Nutzen kann auch in der Steuerung von Solaranlagen auf dem Dach liegen, die je nach Sonnenintensität über das System wichtige Informationen erhalten und automatisch die größte Effizienz nutzen.
Der intelligente Stromzähler sorgt dafür, dass ein guter Überblick über den Verbrauch im Haus entsteht. In Zukunft können auch Wasch- und Spülmaschinen, Trockner und Kühlschränke durch intelligente Technik selbstständig entscheiden, wann sie am sinnvollsten und günstigsten laufen. Dies ist jedoch noch nicht überall möglich.

3. Sicherheit
Neben der Steuerung der eigenen Systeme sorgen intelligente Häuser auch für eine erweiterte Sicherheit. Über die Funksysteme sind alle Fenster und Türen in der Zentrale registriert. Das Öffnen und Schließen ist auf der Steuerung deutlich sichtbar.

Es gibt bereits viele Tipps, wie Türen und Fenster zu Hause zu sichern sind. Doch wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sorgt mit dem intelligenten System für eine interne Überwachung. Wer Überwachungskameras installiert hat, kann die Bilder im Fall eines Einbruchs, wie es auch bei Smartphones möglich ist, auf einem externen Server speichern und für spätere Analysen nutzen.

Darüber hinaus ist die Sicherheit im Haus dadurch höher, dass Fenster und Türen mit der Zentrale verbunden sind, zum Beispiel im Fall eines Feuers. Der Rauchmelder registriert die Gefahr und das System fährt die Rollläden hoch, um eventuelle Fluchtwege frei zu machen. Hausbesitzer sollten generell die Rauchmelder alle fünf bis zehn Jahre austauschen. Über eine SMS, Sprachnachrichten oder Sirenen informiert die Zentrale alle Bewohner über den Gefahrenzustand.

Die Zukunft ist vernetzt und zwar bald auch in vielen Wohnungen. Auch wenn einige Bedingungen noch Zukunftsmusik sind, so entstehen durch die Weiterentwicklung von mobilen Geräten immer neue Möglichkeiten, umweltbewusster und energieeffizienter zu leben.

(relevant Redaktion)

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