Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Baumax schrieb 2013 Verlust von 153 Millionen Euro

23.06.2014 - 14:16
Der angeschlagenen Baumarktkette Baumax droht die Insolvenz, wenn nicht bald eine Sanierung gelingt. Die vorgelegte tiefrote Bilanz für 2013 zeigt einen Jahresverlust von 152,5 Millionen Euro.
Baumax mit tiefroten Zahlen© APABaumax mit tiefroten Zahlen

Gläubiger, Lieferanten und natürlich auch Wirtschaftsjournalisten hatten bereits auf die Bilanz von Baumax für das Jahr 2013 gewartet. Nun ist sie im Firmenbuch ersichtlich und noch schlechter ausgefallen, als bereits zu vermuten war.

Demnach sank der  Umsatz von 515 im Jahr 2012 auf 501,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) zeigt ein dickes Minus von 154,4 Millionen Euro. Das Jahresergebnis ist stark durch umgründungsbedingte Maßnahmen verzerrt, verbesserte sich aber von einem Verlust 2012 von 335,8 auf ein Minus von 152,6 Millionen Euro im letzten Jahr.

Nach außerplanmäßige Abschreibungen verbundener Unternehmer aus Osteuropa von 189,6 Millionen Euro im Jahr zuvor, erfolgten im vergangenen Jahr nur noch weitere Abschreibungen in Höhe von 27,6 Millionen Euro, was nicht unwesentlich zum geringeren Jahresverlust beigetragen hat. 

„Sowohl die Umsatz- als auch die Ergebnisentwicklung ergibt sich dabei aus internen Faktoren wie extrem limitierte finanzielle Resourcen, geringem Lagerstand bei umsatzstarken Artikeln und Verunsicherung bei den Stakeholdern", wird im Anhang des Geschäftsberichtes die Lage des Unternehmens erläutert. „Der fehlende Umsatz sowie die zu geringe Marge sind die wesentlichen Gründe für das negative Ergebnis; zwar konnten massive Kosteneinsparungen erzielt werden, das EBIT ist im Vorjahresvergleich aber durch notwendige Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber Tochtergesellschaften in der Höhe von 44,6 Millionen Euro (Vorjahr: null Euro) belastet“.

Verschuldung weiter getiegen

Gestiegen ist auch die Verschuldung, wobei primär Banken und die Zeichner einer Anleihe um ihr Geld zittern. Denn die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind laut Bilanz von 312,3 im Jahr 2012auf 390,6 Millionen Euro im Vorjahr weiter deutlich gestiegen.

Den Turnaround will man durch ein Wunder schaffen – sowohl der Umsatz als auch die Gewinnmarge soll steigen, bei gleichzeitiger Kostenreduktion. Ein Businessplan, der in der Praxis noch selten so funktioniert hat.

„Die wesentlichen Voraussetzungen zur erfolgreichen Restrukturierung sind dabei ein Umsatzwachstum bis 2016 von rund zehn Prozent, eine Steigerung der Bruttogewinnmarge um rund drei Prozentpunkte sowie die Erzielung wesentlicher, zusätzlicher Ergebniseffekte im Bereich Vertriebsoffensive und e-Commerce, Category Management und Einkauf sowie Personal und sonstiger betrieblicher Aufwand", heißt es seitens Baumax weiter.

Erste Schritte der Kostensenkung zeigen aber bereits Wirkung. So hat der Konzern den Personalstand im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent reduziert. Doch selbst bei optimistischer Geschäftsentwicklung wird Baumax seine Bankschulden nach Ablauf des tilgungsfreien Zeitraums (30. September 2015) nicht bezahlen können. Aufgabe des Managements ist es deshalb, innerhalb des nächsten Jahres mit den Geldgebern eine  Refinanzierung auszuhandeln. Sonst droht die Insolvenz des Traditionsunternehmens. „Der Fortbestand des Unternehmens sowie der Unternehmensgruppe ist gefährdet, wenn die erfolgreiche Sanierung des Baumax-Konzerns im Sinne der oben angeführten Ausführungen nicht gelingt", werden im Geschäftsbericht die Konsequenzen deutlich offengelegt.

(relevant Redaktion)

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