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Die komplexe Alternative: Das Windrad im Garten

10.06.2011 - 14:11
Das Windrad macht Spaß, rentiert sich aber kaum© APA (dpa/tmn)Das Windrad macht Spaß, rentiert sich aber kaum

Von den regenerativen Energien ist der Wind vielleicht die faszinierendste: Wenn es draußen ungemütlich ist, treibt er riesige Propeller an, die den Strom fließen lassen. Diese Art von Stromerzeugung begreift jeder, denn das Auge sieht, wie eine Naturgewalt etwas antreibt.

Genau dieses Sehen und Begreifen ist oft auch der Grund, warum Hausbesitzer in kleine Windräder für den Garten oder das Hausdach investieren - das System selbst eignet sich für die eigene Energiegewinnung hingegen eher wenig.

Das fand etwa eine Umfrage Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel (IWES) heraus. Besitzer von privaten Windanlagen für den Garten oder das Hausdach gaben dabei an, dass sich der Spaß nur in wenigen Fällen rentiere - und doch sagte die Mehrheit, nochmals ein Windrand aufstellen zu wollen. Die Freude an der Technik spielt hier eine größere Rolle als der Wunsch, das eingesetzte Geld wieder zurück zu bekommen.

Auch die aktuellen Energieversorgungsdebatten dürften eine Rolle spielen. "Seit der Atomkatastrophe in Japan fühlen sich viele Windkraft-Interessierte in ihrem Engagement bestärkt und konkretisieren ihre Anfragen an die Hersteller," hat Thomas Endelmann vom Bundesverband Kleinwindanlagen (BVKW) festgestellt.

Doch warum ist die Kleinwindanlage oftmals unrentabel? Der Erfolg eines Windrades hängt grundlegend vom Wind ab: "Um in 20 Jahren das Geld für seine Investition in die Windkraft wieder einzuspielen, muss sehr genau im Vorfeld geprüft werden. Viele Freunde der Windkraft gehen von zu optimistischen Windwerten aus", erläutert Paul Kühn vom Fraunhofer-Institut. "Bei kleinsten Abweichungen geht die Kalkulation in die Brüche und das Geld ist falsch investiert."

Außerdem muss die Anlage passgenau auf die lokale Windbedingungen abgestimmt sein - was aber gar nicht so leicht ist, denn Wind bläst in unterschiedlichen Stärken. Vergleichbar mit einem Fahrrad-Dynamo, durch den die Lampe je nach Tritt-Geschwindigkeit unterschiedlich hell leuchtet, produziert ein Windrad daher variierende Stromstärken.

Die technische Lösung ist ein Wechselrichter, der aus dem Gleichstrom der Anlage gleichbleibend starken Wechselstrom macht. Dieser erkenne, wie stark der Wind blase und passe sich an, erklärte Paul Kühn. Für den Experten ist dieser Wechselrichter ein Auswahlkriterium beim Kauf - denn manche Anbieter bieten Windräder auch ohne an, oder dieser müsse zugekauft werden. Anlagen mit Wechselrichter gibt es ab circa 3.000 Euro, der Preis für das Bauteil alleine beginnt bei knapp unter 1.000 Euro.

(APA/dpa)

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