Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Hausverstand: Smart Home

27.02.2014 - 20:54

Unter einem Smart Home versteht man technische Systeme in Wohnräumen und -häusern, die Wohn- und Lebensqualität, Sicherheit sowie Energienutzung optimieren. Das passiert auf Basis vernetzter und fernsteuerbarer Geräte beziehungsweise Installationen sowie automatisierbarer Abläufe. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass man Jalousien und Alarmanlage, Heizung und TV von einer oder wenigen Steuereinheiten aus bedienen kann.

Das Smart Home besitzt zudem eine eigene Programmierschnittstelle, die (auch) via Internet angesprochen und über erweiterbare Apps gesteuert werden kann – selbst, wenn man gar nicht zu Hause ist.3

 

Vernetztes Wohnen

Laut einer Studie der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH wird sich in Sachen Smart Home trotz gegenwärtiger Skepsis bis 2025 einiges ändern. Vor allem bei neu errichteten Immobilien werden Smart-Home-Funktionen zur selbstverständlichen Ausstattung gehören, und zwar in Form von leistbaren, individuell abgestimmten und kompatiblen Anwendungen.

Die Fernsteuerung wird quasi der Steuerknüppel für alle Funktionen, wobei auch durch neue Bedienungsmöglichkeiten – etwa durch Sprache oder Gestik – Befehle an das Netzwerk eingespeist werden können. Die Tatsache, dass alle Geräte eines Hauses – vom TV über die Heizung bis zur Stereoanlage – miteinander kommunizieren können, wird weiter fortschreiten.

 

Ein Plus an Komfort

Das vorrangige Argument für ein intelligentes Haus: Vorgänge, die man bisher manuell erledigen musste, übernimmt nun die Hausautomation. Fürsprecher der Technik verweisen auf den neuen Wohnkomfort in pflegeleichter Umgebung.

Komplizierte und individuell gestaltete Smart-Home-Lösungen können gut und gerne mehrere tausend Euro kosten. Günstiger sind naturgemäß Paket-Lösungen, die etwa von Energieversorgern wie EVN oder KELAG und immerhin auch bis zu 20 Prozent Energieersparnis bringen sollen. 

 

Vorzeigeprojekte

Anfang des neuen Jahrtausends begannen verschiedene Projekte in Deutschland die "Smart Home"-Idee konsequent zu verfolgen. 2001 eröffnete das Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg seine Tore. Hier erforschen, entwickeln, testen und demonstrieren Hersteller, Dienstleister und Nutzer mit Fraunhofer-Instituten gemeinsam neuartige Systemlösungen durch das Integrieren von Produktkomponenten aller Art im Wohnumfeld.

2011 eröffnete die deutsche Telekom für etwas mehr als ein Jahr ein voll vernetztes intelligentes Musterhaus, das T-Com-Haus in Berlin. Im Zentrum stand die Möglichkeit, angeschlossene Haushaltsgeräte einzeln oder als zusammengefasste Gerätegruppen per PDA (Personal Digital Assistant; Palmtop) oder Multifunktionsscreen zu steuern und Statusabfragen von unterwegs durchzuführen.

 

Hightech und Energieersparnis

Erst im Jänner 2014 wurde der alljährliche Smart Cities-Index des amerikanischen Klimaexperten Boyd Cohen veröffentlicht. Wien befindet sich bei den europäischen Städten mittlerweile auf dem dritten Platz. Die damit einhergehende ständige Modernisierung der Stadt bedeutet auch smartes Bauen und Leben.

"In Zukunft wird Wien noch mehr auf smarte Wohneinheiten setzen", weiß Claudia Pichler, Expertin von Bank Austria Immobilien in Wien. Und weiter: "Derzeit ist die Nachfrage nach Smart Homes in Wien noch nicht bedeutsam, dennoch wird sich dies in den nächsten Jahren voraussichtlich ändern. Denn in so einem Haus kann jeder Wohnungsbesitzer genau steuern, welche Geräte Strom verbrauchen sollen, und welche nicht. Damit wird also nicht nur das Wohnen an sich erleichtert, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet."

Dass Österreich das Projektstadium längst hinter sich gelassen hat, zeigt etwa das Unternehmen Energie Steiermark: Testkunden wurden mit einem "Smart Home Startpaket" ausgestattet. Über ein exklusiv für diese Kundengruppe zur Verfügung gestelltes Online-Portal werden die eingesetzten Adapter ferngesteuert und die individuellen Daten visualisiert. Über Smartphones und Tablet-PCs ist einerseits die Raumtemperatur regelbar, andererseits können definierte Einzelverbraucher von überall bequem gesteuert und Verbrauchswerte abfragt werden.

 

Smart für ältere Kunden

Das Innovations- und Technologieministerium setzt nun nach fünf Jahren gezielter Forschungsförderung die ersten großflächigen Smart Homes für ältere Personen um. Auf diese Weise soll selbstbestimmtes Altern in den eigenen vier Wänden unterstützt werden. Forscher des AIT Austrian Institute of Technology statten 50 Wohneinheiten des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASBÖ) im Burgenland mit smarten Technologien aus. Ziel dieser Entwicklung ist, dass ältere Menschen möglichst lange und komfortabel zu Hause leben können. Der klassische Heimnotruf ist in diesen Wohneinheiten ebenso integriert wie Bewegungssensoren, die Bestellung von Essen oder Erinnerungsmeldungen, falls Medikamente eingenommen werden müssen. Außerdem können Blutzucker oder Blutdruck überwacht und die Hauskrankenpflege informiert werden, wenn der Grenzwert überschritten wird.

 ag/red

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