Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Alt vs. neu: Keine leichte Entscheidung

29.08.2013 - 10:06
Charismatischer Altbau oder nigelnagelneue Bleibe – die Wahl einer anderen Wohnumgebung ist nicht einfach. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Eine Gegenüberstellung.

Eine Wohnung zu finden, kann die Nerven ganz schön strapazieren – zu weit abseits, zu laut, zu klein, zu teuer. Vor allem wenn man keine klaren Vorstellungen hat sowohl vom finanziellen Rahmen als auch von den eigenen Wohngewohnheiten. Zur Strapaze wird die Wohnungssuche vor allem in großen Städten, wo es passieren kann, dass man Hunderte von Kilometern zurücklegt, ohne das Richtige gefunden zu haben. Konfrontiert wird man meist mit zweierlei: bereits bestehende Wohnungen oder neu errichtete.

 

Auf dem neuesten Stand

Im ersten Quartal 2013 wurden in ganz Österreich fast 10.000 Wohnungen zum Bau zugelassen, hat die Statistik Austria ausgehoben. Wer eine davon ergattert, hat einige Vorteile. Neu gebaute Wohnungen sind technisch meist auf dem neuesten Stand bei Fenstern, Dämmung sowie Elektrik und Heizanlage. Letzteres lässt auch darauf schließen, dass sich die Betriebskosten im überschaubaren Rahmen halten und man sich mittelfristig auch keinen Kopf über Reparaturen machen muss. Auch bezüglich der Raumaufteilung kann man davon ausgehen, dass die Grundrisse eher einer modernen Auffassung von Wohnen folgen – vor allem, wenn man sich schon in der Planungsphase für ein Objekt interessiert. Da gibt es noch einige Gestaltungsmöglichkeiten, die man individuell wahrnehmen kann. Auch was Anschlüsse für Internet und/oder Kabelfernsehen angehen, darf man alles voraussetzen. Auch Fahrstühle gehören vielfach zum Standard. Man wohnt eben unverbraucht.

 

Charisma plus Kunst

Gerade das kann aber den Charme einer Wohnung ausmachen, in der frühere Epochen und Lebensgewohnheiten noch ein Stück erhalten geblieben sind. Das Beste: Altbauwohnungen liegen sehr oft mitten in der Stadt, oft auch in geschichtsträchtigen Stadtteilen und beeindrucken schon von außen. Innen bezaubern schöne Böden, kunstvoller Stuck an den Wänden und hohe Decken, die man zeitgemäß nutzen kann – etwas für Hochbetten oder Stauraum. Überhaupt, wer Altes mit Neuem kombiniert, erhält sehr bald ein Schmuckstück mit gewissem Etwas, das man nur in alten Wohnungen findet. Plus: In bestehende Wohnungen kann man umgehend einziehen und muss nicht auf Fertigstellungs- und Abnahmetermine warten. Zudem lassen sich bei einem gebrauchten Objekt der Preis der Immobilie und damit die exakte Finanzierungssumme leichter ermitteln.

 

Altbau: Ein Büro statt Wohnung

Doch lässt sich auch ein interessanter Trend beobachten: Büros in Altbauwohnungen. "Viele Unternehmer suchen nach sanierten Altbauwohnungen, um diese in stilvolle Büroräume umzugestalten. Ein Vorteil der Altbaugebäude ist, dass sie sich meistens im Stadtkern befinden, wohingegen Neubau eher außerhalb der Stadt errichtet wird, wie es der Fall in Wien ist. Viele Altbauwohnungen verfügen dazu über einen Vielzahl an großzügigen Räumen und damit ausreichend Fläche für die Mitarbeiter", so Claudia Pichler, Expertin von BAR Büros Wien. Zudem sind Altbauräume meistens sehr hoch und bieten damit sehr viel Stauraum. Und nicht zuletzt geht es auch um das Image, das Design des Büros gehört ja zur Corporate Identity.

 

Wien und Salzburg am teuersten

Wie sieht es denn mit den Kosten aus? Laut Immobilienpreisspiegel des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich gibt es die günstigsten Neubauwohnungen im Burgenland, gefolgt von der Steiermark und Niederösterreich. Das größte Budget braucht man in Wien, Salzburg und Vorarlberg. Bestehende Wohnungen gibt es preiswerter. An der Spitze stehen Wien, Salzburg und Tirol, die Schlusslichter bilden wieder das Burgenland, die Steiermark und Niederösterreich.

 

Dicht an dicht

Hüben wie drüben ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Bei neu gebauten Wohnungen kann die nüchterne Architektur ermüden, denn vielfach ähnelt ein Grundriss dem nächsten. Zudem ist der verdichtete Wohnbau eben genau das: dicht an dicht mit wenig Luft zum Gedanken-schweifen-lassen. Und das in einer Situation, wo man seinen Nachbar nicht kennt und doch mit ihm lange Jahre ausharren muss. Außerdem sind bei Neubauten Baumängel verdeckt und können später zu unliebsamen Überraschungen führen. Hat man sich andererseits frühzeitig eingeklinkt und die Möglichkeit erhalten, seine Wünsche zu deponieren, kann es sein, dass man immer wieder mit Handwerkern in Kontakt bleibt und Zeit investieren muss. Und in diesem Fall muss man auch damit rechnen, dass sich etwas verzögern kann und der Einzugstermin wackelt – etwa wenn durch schlechte Witterungen die Bauarbeiten verhindert wird und der Rohbau nicht ausreichend trocknen kann. Dadurch können auch ganz schnell zusätzliche Kosten entstehen.

 

Achtung Betriebskosten!

Doch auch eine Gebrauchtwohnung kann ihre Schattenseiten zeigen: veraltete Ausstattung mit kleinen Bädern, engen Treppenhäusern ohne Lift und antiquierte Technik. Auch die Wände können mit den Jahren schon mal in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Außerdem hat Charme seinen Preis. Wenn die Wände und Fenster schlecht isoliert sind, schlägt sich das in den Betriebskosten nieder. Zudem sind hohe Räume schlecht beheizbar.  Am besten ist es, in so einem Fall einen Gutachter heranzuziehen, der das Objekt überprüft. Auch das Vorlegen eines Energieausweises kann helfen, die Kosten für eine Wohnung besser zu kalkulieren. Sollte man sich zu einer Sanierung entschließen, hilft in vielen Fällen der Staat mit Steuervorteilen oder Förderungen – unbedingt erkundigen! Das zahlt sich aus, nicht nur während der Sanierung. Aufgemöbelte Altbauwohnungen mit modernster Ausstattung sind inzwischen zum Renner unter Connaisseurs geworden.

 

red/ag

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