Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Biotech-Unternehmen testet Parkinson-Impfung

05.06.2012 - 13:09

Das Wiener Biotech-Unternehmen Affiris testet eine Parkinson-Impfung weltweit erstmals an Patienten. Der als PD01A bezeichnete Wirkstoff richtet sich gegen ein für die Erkrankung als verantwortlich angesehenes Protein namens alpha-Synuklein. Es handelt sich um eine Studie der Phase I auf Sicherheit und Verträglichkeit mit bis zu 32 Patienten. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Der nunmehr in der frühen klinischen Entwicklung befindliche Impfstoff soll die Aussicht auf die ursächliche Behandlung von Morbus Parkinson bieten. Die US-Michael J. Fox Stiftung unterstützt das Projekt mit 1,5 Millionen Dollar. Die Vakzine stelle den weltweit ersten Wirkstoff dar, der auf eine ursächliche Behandlung von Parkinson abziele und nicht nur - wie zum Beispiel die Behandlung von Patienten mit Schüttellähmung per L-Dopa, Dopaminagonisten etc. - auf symptomatische Effekte ausgelegt ist.

PD01A soll seine Wirkung spezifisch gegen das alpha-Synuklein (alpha-syn) genannte Protein entfalten, das in der Entstehung und beim Fortschreiten der Parkinson Krankheit eine Schlüsselrolle spielt. Eine pathologische Form des Proteins lagert sich bei der Erkrankung im Gehirn ab. Durch die Impfung soll das Immunsystem angeregt werden, Antikörper zu bilden, die sich gegen alpha-syn richten. Die Studie wird in Wien in der Confraternität Privatklinik Josefstadt durchgeführt.

Affiris hat eine Technologie entwickelt und patentiert, welche die Identifizierung von potenziellen Antigenen bzw. analogen Peptiden für die Verwendung in Vakzinen erlaubt. Das Unternehmen entwickelt solche Impfstoffe gegen Morbus Alzheimer, Atherosklerose, Parkinson, Diabetes, Bluthochdruck und weitere Krankheiten. Für die in klinischer Erprobung befindliche Alzheimer-Impfung konnte der internationale Pharmakonzern GlaxoSmithKline im Oktober 2008 als Lizenzpartner gewonnen werden. Der Rahmenvertrag umfasst ein Zahlungsvolumen von bis zu 430 Millionen Euro. Bisher zahlte GSK 13,5 Millionen Euro.

(APA)

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