Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Erste-Hilfe-Grundkenntnisse in den Lehrplan?

01.06.2012 - 16:50
Volksschulkinder üben Erste Hilfe© APA (Helmut Fohringer)Volksschulkinder üben Erste Hilfe

In Österreich sterben jedes Jahr rund 10.000 Menschen an akutem Herzversagen: Das müsste nicht sein, würden Erste-Hilfe-Grundkenntnisse in der Schule vermittelt, betonte Mario Krammel, Präsident des Vereins Puls. Diese Organisation engagiert sich im Kampf gegen den plötzlichen Herztod.

Am Donnerstagnachmittag wurde gezeigt, wie leicht dieses Wissen vermittelt werden könnte: Unter dem Motto "Erste Hilfe ist kinderleicht - nur Nichtstun ist falsch" übten rund 40 Wiener Volksschüler mit ihren Stofftieren die lebensrettenden Maßnahmen.

"So wie der Feueralarm einmal jährlich in allen Schulen trainiert wird, muss es auch selbstverständlich werden, den 'Herzalarm' einmal im Jahr mit Schülern zu üben", forderte der Mediziner. Er will, dass Erste Hilfe auch künftig im Lehrplan stehen soll. Anhand von Plüschtigern brachte er den Kindern spielerisch das Einmaleins der Ersten Hilfe bei. Neben Ansprechen und Berühren des Patienten sei es vor allem unerlässlich, rasch Hilfe zu holen bzw. die Rettung zu verständigen.

"Ganz wichtig ist es aber auch, Ruhe zu bewahren, die Person in die stabile Seitenlage zu bringen und die Atmung zu kontrollieren", unterstrich Krammel. Die Kinder setzten das Gelernte rasch um: Mit lauten Schreien rüttelten sie an ihren Tigern, streckten eine Pfote aus und drehten ihre Versuchsobjekte auf die Seite.

Im zweiten Teil der heutigen Lehreinheit für die Mini-Lebensretter demonstrierte der Mediziner anhand einer Puppe, wie eine Herzmassage auszuführen ist. Um ein Gefühl für das richtige Tempo zu bekommen, ließ er dazu den Bee-Gees-Song "Stayin Alive" laufen: "Der Refrain hat den richtigen Rhythmus dafür", erklärte Krammel. Die Schüler machten es ihm nach und begannen ihre Tiger zu reanimieren.

"Das ist ganz einfach", versicherte ein Mädchen, obwohl sie noch nie zuvor eine Herzmassage gemacht hatte. Beeindruckt von der Courage und dem Einsatz der Kinder zeigte sich auch der Erste Landtagspräsident Harry Kopietz (S): "Erste Hilfe ist oft überlebensnotwendig, es kann jeden treffen, die Freundin, die Oma oder den Papa, und daher ist es wichtig, den Kindern so früh wie möglich zu zeigen, was sie tun können."

Die Reanimation hatte Erfolg: Alle Kinder konnten ihre Tiger "zum Leben erwecken". Bevor sie dafür Zertifikate erhielten, machte sie Krammel noch mit der Funktionsweise eines Defibrillators vertraut: "Das ist kinderleicht, denn das Gerät sagt dir, was du tun musst."

In diesem Zusammenhang kündigte er auch an, dass demnächst Defibrillatoren an öffentlichen Standorten in Wien und in Polizeistationen angebracht werden. Durch die Erste-Hilfe-Schulung der Kinder und die Geräte im öffentlichen Raum könnten die Überlebenschancen von Patienten, die plötzlich einen Herzstillstand erleiden, erheblich gesteigert werden, so Krammel.

INFO: http://www.puls.or.at/

(APA)

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